Vienna Insurance sucht angeblich Käufer für s-Immo-Anteil

Zentrale der Vienna Insurance Group im Wiener Ringturm.
Zentrale der Vienna Insurance Group im Wiener Ringturm.Robert Newald

Trennt sich der Versicherungskonzern Vienna Insurance von seinen s-Immo-Aktien? Ein Verkauf würde rund 120 Millionen Euro einbringen.

Ein Bericht der Finanzagentur Bloomberg lässt aufhorchen: Die Vienna Insurance Group  (VIG) will unterrichteten Kreisen zufolge eine Beteiligung an der Wiener Immobilienfirma  s-Immo über das Beratungsunternehmen Grant Thornton LLP verkaufen. Die zum Verkauf stehende Beteiligung - im Wert von rund 120 Millionen Euro zu aktuellen Marktpreisen - entspricht etwa 10 Prozent der ausstehenden Aktien von s Immo, berichteten die mit der Offerte vertrauten Personen. Sie baten um Anonymität, da die Diskussionen vertraulich sind.

Ein Sprecher der Vienna Insurance lehnte es Bloomberg gegenüber ab, sich zu Gerüchten über den Verkauf bestimmter Vermögenswerte zu äußern. Auch die Partner von Grant Thornton Austria, Martin Schmidt und Werner Leiter, lehnten eine Stellungnahme  ab. Die s-Immo-Anteile werden offenbar von Spezialfonds gehalten, teils bei der VIG-Tochter Wiener Städtische, teils von der VIG selbst. Auch dies wurde aber nicht bestätigt.

Größter Einzelaktionär der s Immo ist die ebenfalls börsennotierte Immofinanz mit gut 29 Prozent, weitere signifikante Anteile soll die Fondsgesellschaft Erste Asset Management (im Ausmaß von rund 13 Prozent) halten, berichtete Bloomberg am Dienstag. Die s Immo selbst ist mit 6,3 Prozent an der CA Immo und mit etwa 12 Prozent an der Immofinanz beteiligt.

Im Frühjahr 2018 hatte sich die - mittlerweile in der Wiener Städtischen aufgegangene - VIG-Tochter s Versicherung von einem 10,22-prozentigen Anteil an der s Immo getrennt. 7,28 Prozent gingen an den Tiroler Investor Rene Benko, dessen Familie Benko Privatstiftung laut Mitteilung von April vorigen Jahres damit auf 29,14 Prozent aufgestockt hatte. Die restlichen 2,94 Prozent gingen damals an einen namentlich nicht genannten internationalen institutionellen Investor. Die von der Stiftung Benkos gehaltenen 29,14 Prozent an der s Immo hatte schon kurz darauf, noch im April 2018, die Immofinanz für 390 Millionen Euro erworben.