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Große Geldsumme beim tschechischen Kartellamtschef beschlagnahmt

Eine Hausdurchsuchung beim Chef der tschechischen Wettbewerbsbehörde war Bestandteil der Razzia-Welle, die mit dem Verdacht der Manipulierung von öffentlichen Aufträgen zusammenhängt, darunter mit der umstrittenen Lkw-Maut-Ausschreibung.

Bei der Razzia, die Anfang März in Tschechien unter anderem auch bei Kapsch TrafficCom wegen eines Bestechungsverdachts im Zusammenhang mit der Lkw-Maut-Ausschreibung durchgeführt wurde, hat die Polizei laut Medienberichten in der Wohnung des Chefs der Wettbewerbsbehörde UOHS zwei Millionen Kronen (78.125 Euro) Bargeld gefunden. UOHS-Chef Petr Rafaj habe die Herkunft des Geldes nicht erklären können.

Daher habe die Polizei das Geld beschlagnahmt, berichtete die tschechische Tageszeitung "Pravo" (Mittwoch-Ausgabe) unter Berufung auf "glaubwürdige" Quellen aus dem Staatsapparat.

Die Hausdurchsuchung bei Rafaj war Bestandteil der Razzia-Welle in Prag und Brünn, die mit dem Verdacht der Manipulierung von öffentlichen Aufträgen zusammenhängt, darunter mit der umstrittenen Lkw-Maut-Ausschreibung. An dem lukrativen Auftrag des Prager Verkehrsministeriums war auch der börsennotierte österreichische Mautanbieter Kapsch TrafficCom interessiert, bekam aber den Zuschlag schließlich nicht. Die Durchsuchungen wurden auch im Prager Kapsch-Büro und in der Wohnung des Chefs von Kapsch in Tschechien, Karel Feix, durchgeführt. Niemand von Kapsch wurde bisher beschuldigt.

Rafaj wurde bisher nicht offiziell beschuldigt, auch wenn er seitdem unter Druck steht. Laut "Pravo" hat die Polizei die zwei Millionen Kronen auf mehrere Umschläge verteilt gefunden, die in der Garderobe und in Schränken versteckt waren.

Weitere 200.000 Kronen habe die Polizei im Büro von Rafaj gefunden. Laut dem Durchsuchungsbefehl steht Rafaj unter dem Verdacht der Korruption und des Amtsmissbrauchs im Zusammenhang mit der Lkw-Maut-Ausschreibung. Die Polizei prüfe nun die Fingerabdrücke und DNA-Spuren auf den Banknoten und Umschlägen, so die Zeitung.

(APA)