Ab Oktober werden Hostels und Hotels in Mehrparteienhäusern verboten. Was als Schutz der Bewohner angepriesen wird, trifft vor allem Kleinunternehmer in der Branche.
Moskau. Freundlich, sauber und simpel – das ist seit gut einem Jahrzehnt das Erfolgsrezept des kleinen Hotels Petrovka Loft. Es verbirgt sich in einem Innenhof nur ein paar Meter von der bekannten Petrowka-Straße entfernt. In Moskau bedeutet das beste Lage: zehn Minuten sind es von hier bis zum Bolschoitheater. Im vierten Stock eines geziegelten Jahrhundertwendehauses untergebracht, verströmt es zwar keinen zaristischen Charme, punktet aber mit kleinem Preis. Ab 20 Euro ist hier ein Zimmer zu haben, Toilette und Bad sind am Gang. „Anfangs hatten wir fast nur ausländische Gäste“, erinnert sich Managerin Irina Kudrjaschowa, eine groß gewachsene Frau mit langem rötlichem Haar. „Den Russen war das Konzept Hostel fremd.“ Mittlerweile sind zwei Drittel der Gäste Russen. Beliebt ist die acht Zimmer zählende Unterkunft bei jungen Leuten auf Städtetrip und bei Dienstreisenden.
Doch ab 1. Oktober muss das Petrovka Loft seine schwarze Eingangstür schließen. Ein neues Gesetz verbietet Hostels und Minihotels in Wohngebäuden. Und gerade dort befinden sich diese Kleinunternehmen oft: in großen Wohnungen, die in der Sowjetzeit Kommunalkas waren. Erlaubt sind künftig nur noch Herbergen im ersten und zweiten Stock von Wohnhäusern. Und nur dann, wenn sie einen eigenen Eingang haben.