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Marin Alsop: "Die Musiker haben immer gut auf mich reagiert“

Die Amerikanerin Marin Alsop leitet ab Herbst das RSO Wien.
Die Amerikanerin Marin Alsop leitet ab Herbst das RSO Wien.Carolina Frank
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Bei ihrem ersten Konzert mit dem RSO steht eine zeitgenössische Komponistin auf dem Programm: Lera Auerbach.

Marin Alsop - sie übernimmt ab September die Leitung des RSO Wien – war in vielem die Erste: Sie wurde 2007/08 Chefdirigentin des Baltimore Symphony Orchestra und leitete damit als erste Frau ein großes US-amerikanisches Orchester. 2013 dirigierte sie als erste Frau die renommierte Londoner Last Night of the Proms. Für die Amerikanerin eine zwiespältige Angelegenheit. „Einerseits bin ich stolz, andererseits aber auch schockiert, dass es im 21. Jahrhundert noch immer Dinge gibt, die man als erste Frau erreichen kann.“

Für Alsop stand mit neun Jahren fest, dass sie Dirigentin werden wolle. „Meine Eltern waren beide Profimusiker. Mein Vater nahm mich mit zu einem Young-Peoples-Konzert von Leonard Bernstein mit den New Yorker Philharmonikern. Das war meine Initiation.“ Sie studierte das Fach nicht an einer Uni (obwohl sie die renommierte Juilliard School besuchte), sondern gründete ihr eigenes Orchester. Leonard Bernstein wurde ihr Mentor, zwei Preise (1989 beim Leopold-Stokowski-Wettbewerb in New York und beim Koussevitzky-Wettbewerb in Tanglewood) markierten den Beginn ihrer Karriere.

Was ist das Geheimnis ihres Erfolgs. „Leidenschaft, Engagement, Kompetenz und Sinn für Humor“, sagt die 62-Jährige. Ein absolutes Gehör hat sie nicht. „Aber ein sehr gutes relatives Gehör und ein exzellentes Rhythmusgefühl,“ so die New Yorkerin. Vorurteile gegen eine Frau am Pult habe sie nie gespürt. „Die Musiker haben immer gut auf mich reagiert.“ Frauen ins Scheinwerferlicht zu rücken ist ihr ein großes Anliegen. Bei ihrem ersten Konzert mit dem RSO am 24. 10. steht daher eine zeitgenössische Komponistin auf dem Programm: Lera Auerbach mit „Die Blumen, die niemals blühen werden“.

("Die Presse-Kulturmagazin", 12.04.2019)