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Susanna Mälkki: „Musik verdient die volle Aufmerksamkeit“

Susanna Mälkki
Susanna MälkkiSakari Viika
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Die finnische Dirigentin hatte kaum weibliche „Role Models“.

S­­­­­­­­­­­­­­­­­­ie ist heuer Porträtkünstlerin im Wiener Konzerthaus und auch sonst sehr international unterwegs: Die finnische Dirigentin Susanna Mälkki, Chefdirigentin der Helsinker Philharmoniker, steht heuer – um nur einige zu nennen – in London, New York, Los Angeles oder Paris am Podium. Sie ist eine von wenigen Frauen, die es in dem Fach an die Weltspitze geschafft haben. Wieso? „Es ist ein eher neues Phänomen, dass Frauen als Dirigentinnen überhaupt willkommen sind. Daher gibt es noch wenige. Aber das ändert sich, es kommen junge Frauen nach – auch weil es jetzt einfach mehr Möglichkeiten gibt.“

Mälkki wurde zunächst als Cellistin ausgebildet und studierte anschließend Dirigieren bei Jorma Panula, Eri Klas und Leif Segerstam an der Sibelius-Akademie Helsinki. Von 1995 bis 1998 war sie Solocellistin der ­Göteborger Symphoniker, bevor sie sich entschloss, sich ganz dem Dirigieren zu widmen. Hatte sie Vorbilder? „Keine speziellen und auch keine Frauen. Aber es gibt Musiker, die mich mit ihren Interpretationen inspirieren.“ Zu ihrem Lieblingsrepertoire gehört die Spätromantik und das frühe 20. Jahrhundert: Am 25. April präsentiert sie mit den Wiener Symphonikern Richard Wagners „Karfreitagszauber“, Bartóks Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 sowie Strauss’ Tondichtung „Also sprach Zarathustra“.

„Aber ich liebe auch ältere und jüngere Werke. Das ist das Tolle an der Orchestermusik – das Repertoire ist enorm!“ Jungen Musikern empfiehlt sie, Werke mit „größtem Respekt gegenüber dem Komponisten“ einzustudieren. „Außerdem sollte man wissen, was einem das Wichtigste in der Musik ist, ernsthaft sein und sich selbst treu bleiben.“ Sie selbst nutzt soziale Netze wie Facebook und Twitter, die Zeit dafür dürfe aber nicht auf Kosten der Musik gehen. „Musik verdient die volle Aufmerksamkeit.“ Entspannen kann sie beim Lesen oder in der Natur. „Ich liebe Spaziergänge bei jedem Wetter.“

("Die Presse-Kulturmagazin", 12.04.2019)