Heuer kaum neue Büroflächen in Wien

Analyse: Leerstandsquote geht zurück, Spitzenmieten könnten steigen.

Der Wiener Büromarkt steht beim Neubauvolumen heuer vor einem Rekordtief: Mit lediglich 40.700 m2 an neuen Flächen ist dies der zweitgeringste Wert seit 2002. Die Neuflächenproduktion wird erst im kommenden Jahr wieder Fahrt aufnehmen. Otto Immobilien rechnet in einer Vorschau zu seinem in Kürze erscheinenden neuen Wiener Büro- und Investmentmarktbericht für 2020 mit einem Neubauvolumen von rund 123.500 Quadratmetern. Die Fertigstellungen im heurigen Jahr liegen ausschließlich in den Submärkten Donaucity und Wienerberg. Am Wienerberg werden unter anderem das Innoplaza und Silo Plus fertig gestellt, in der Seestadt Aspern der Bauteil 2 im Technologiezentrum Aspern.

Weniger Vermietungen

Die Flaute bei den Fertigstellungen spiegelt sich auch schon in der Vermietungsleistung des ersten Quartals nieder: Demnach wurden im ersten Quartal bisher lediglich 37.600 m2 an Büroflächen nach modernem Standard vermietet, das bedeutet einen Rückgang von zehn Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres. Als „auffallend stark“ bezeichnet Otto die Nachfrage der öffentlichen Hand sowie die Vermietungsumsätze in den Submärkten Innere Bezirke und Hauptbahnhof, die für 65 Prozent der gesamten Vermietungsleistung im ersten Quartal verantwortlich waren. „Hochwertige Büroflächen in Bestlagen sind extrem gefragt. Aufgrund des geringen Angebots werden für Prestigeobjekte in zentralen Lagen auch Höchstpreise in Kauf genommen“, kommentiert Steven Bill Scheffler, Teamleiter Büroflächen bei Otto Immobilien. Die Leerstandsquote hat sich im Gegenzug verringert: Lag dieser Wert im vierten Quartal 2018 noch bei 5,7 Prozent, befindet er sich nunmehr bei 5,2 Prozent – Tendenz weiter sinkend. Auch bei der Spitzenmiete deutet sich eine Bewegung an. Scheffler rechnet damit, dass diese von derzeit 25,75 Euro pro Quadratmeter und Monat nach oben korrigiert werden muss. (ebe)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.12.2019)

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