Deutsche Bank: Investmentbanking als Geldmaschine

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Die größte Bank Deutschlands überrascht mit einem Quartalsgewinn von 1,8 Mrd. Euro. Generell beteuern die internationalen Großbanken, dass sie die milliardenhohen Erträge mit viel weniger Risiko als früher erzielen.

Wien (ker). Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, hat es sich schon zum Sport gemacht, Analysten zu überraschen. Am Dienstag gelang es ihm wieder. Deutschlands größte Bank erzielte im ersten Quartal einen Vorsteuergewinn von 2,8 Mrd. Euro, der Nettogewinn lag bei 1,8 Mrd. Euro.

Das Ergebnis wurde von den Investmentbankern in London und New York fast im Alleingang eingefahren. Die lieferten nämlich einen Vorsteuergewinn von 2,7 Mrd. Euro ab. Daraus wird ersichtlich, dass die Deutsche Bank beim Firmenkundengeschäft und im Private Banking kaum verdient, der „Goldesel“ vielmehr der Handel mit Devisen, Rohstoffen und Anleihen ist.

Das Ergebnis des Investmentbankings sei deswegen bemerkenswert, da die Bank die Risikopositionen auf ein sehr niedriges Niveau zurückgefahren habe, sagte Ackermann.

Erträge werden zurückgehen

Generell beteuern die internationalen Großbanken, dass sie die milliardenhohen Erträge mit viel weniger Risiko als früher erzielen. Den Nachweis dafür haben sie noch nicht erbracht. Über die Nachhaltigkeit der Gewinne kann man daher nur spekulieren.

Klar ist, das die hohen Gewinne im Investmentbanking vor allem durch das billige Geld der Notenbanken ermöglicht wurden. Das wird in Zukunft nicht mehr so einfach gehen. Darauf weist auch Ackermann hin: Der Ausstieg aus der expansiven Geld- und Zinspolitik und anderen staatlichen Stützungsprogrammen rücke näher. Das Ertragsniveau in den meisten Geschäftsfeldern der Bank werde 2010 daher niedriger als im Vorjahr sein.

Das hält Ackermann aber nicht von seinem grundlegenden Ziel ab: Bis 2011 soll die Deutsche Bank einen Vorsteuergewinn von zehn Mrd. Euro erwirtschaften.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.04.2010)

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