Jede vierte Frau fürchtet Altersarmut

Laut einer Studie hat ein Viertel der befragten Frauen Angst, in der Pension arm oder armutsgefährdet zu sein.
Laut einer Studie hat ein Viertel der befragten Frauen Angst, in der Pension arm oder armutsgefährdet zu sein.(c) REUTERS (Neil Hall)

Frauen, vor allem Alleinerzieherinnen, sind stärker von Armut betroffen als Männer. Die SPÖ gab eine Studie in Auftrag, um ihre Regierungskritik zu untermauern.

Wien. Gabriele Heinisch-Hosek ist am Montag im Parlament – so nennt es die SPÖ-Frauenchefin selbst – „Zeugin einer kaltschnäuzigen Umgangsweise“ geworden. „Widerlich, zynisch, ohne Gespür“ sei die neue Mindestsicherung der Regierung, die im Sozialausschuss diskutiert wurde. Vor allem bei Kindern und Alleinerzieherinnen könnte die neue Sozialhilfe zu einer Verfestigung von Armut führen, wird argumentiert – und das, obwohl diese Gruppen besonders von Armut betroffen seien, argumentiert Heinisch-Hosek.

Um ihre Kritik zu untermauern, gaben die SPÖ-Frauen auch eine Studie beim Meinungsforschungsinstitut Triple M in Auftrag: Demnach hat ein Viertel der befragten Frauen Angst, in der Pension arm oder armutsgefährdet zu sein. Unter den Alleinerzieherinnen gaben dies sogar 38 Prozent an. Fast jede Zweite kennt selbst jemanden, der von Armut betroffen ist. Befragt man Alleinerzieherinnen nach ihrem Bekanntenkreis, sind es 57 Prozent. Laut Christina Matzka vom gleichnamigen Forschungsinstitut fragte man nicht nach der persönlichen Betroffenheit, da viele Frauen sie nicht zugeben würden. Die Hauptursachen von Armut und Armutsgefährdung sind laut den Befragten aber jedenfalls Arbeitslosigkeit, Scheidungen und Trennungen sowie Krankheiten und lückenhafte Unterhaltszahlungen. Vier von zehn Befragten gaben an, dass sich die Lebenssituation von Frauen in Armut im vergangenen Jahr (eher) verschlechtert habe.

Laut einer EU-Statistik über Einkommen und Lebensbedingungen aus dem Jahr 2017 waren rund 1,56 Millionen Menschen in Österreich armutsgefährdet – das waren 18 Prozent der Gesamtbevölkerung. Bei Ein-Eltern-Haushalten (meist sind das Alleinerzieherinnen) waren es 31 Prozent. (ib)