Sibylle Hamann

Nein, für seine Muttersprache soll sich niemand schämen müssen

Es ist höchste Zeit, dass sich Wiens Vielsprachigkeit selbstbewusster zeigt. In den Medien, in der Hochkultur, im Burgtheater. Vielleicht hilft das dann auch in der Bim.

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Wie reden Sie mit Ihrem Kind? Ist Ihre Muttersprache Deutsch, ist die Antwort einfach: So, wie es Ihnen selbst, von klein auf, vertraut ist. Für die Sprachentwicklung des Kindes ist das am besten, wie alle Studien belegen. Die Sicherheit in der Muttersprache, samt der Bedeutungstiefe der Wörter und den vielen Schichten Emotion, ist die Basis für alle weiteren Sprachen, die noch folgen mögen.

Ist Ihre Muttersprache hingegen Slowakisch, Türkisch oder Französisch, ist das weniger einfach zu beantworten, zumindest wenn Sie in der Öffentlichkeit unterwegs sind. Sie rufen Ihrem Kind auf dem Spielplatz etwas zu. Sie sitzen in der Straßenbahn und unterhalten sich über Dinge, die Sie draußen sehen. Schon fragen Sie sich: Wie laut soll ich reden? Sollen die Sitznachbarn mithören? Muss ich mit Reaktionen rechnen? Und fallen diese Reaktionen unterschiedlich aus, je nachdem, ob es sich um Slowakisch, Türkisch oder Französisch handelt?