Bergsteiger Lama vermutlich in Kanada ums Leben gekommen

David Lama im Jahr 2014.
David Lama im Jahr 2014.(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Die Bergsteiger David Lama, Hansjörg Auer und der US-Kollege Jess Roskelley sind bei einem Lawinenabgang in Kanada verschüttet worden. Rettungskräfte gehen davon aus, dass sie die Gruppe nicht mehr lebend finden werden.

Die Tiroler Bergsteiger und Kletterer David Lama (28) und Hansjörg Auer (35) sowie ihr US-Kollege Jess Roskelley (36) sind bei einem Lawinenabgang in Kanada offenbar verschüttet worden und ums Leben gekommen. "Angesichts der Erkundungen vor Ort muss davon ausgegangen sein, dass alle drei Teilnehmer der Gruppe tot sind", erklärte die kanadische Nationalparkverwaltung am Donnerstag.

Laut der kanadischen Parkbehörde "Parks Canada" wollten Lama, Auer und Roskelley den Berg Howse Peak im Nationalpark Banff über einen schwierigen Aufstieg an der Ostseite erklimmen. Nachdem sie vermisst gemeldet worden waren, hätten Rettungskräfte die Gegend aus der Luft untersucht und dabei Anzeichen für mehrere Lawinenabgänge feststellen können. Im Geröll wurde demnach außerdem Bergsteiger-Ausrüstung gefunden.

Wie die Outdoor-Bekleidungsmarke "The North Face" der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag mitteilte, werden die beiden Österreicher und der US-Amerikaner seit Mittwoch vermisst. Es sei davon auszugehen, dass sie am Dienstag von einer Lawine verschüttet wurden, erklärte der Sponsor der Extremsportler.

Die Parkverwaltung veröffentlichte keine Namen, sprach aber von drei professionellen und hocherfahrenen Bergsteigern, die seit Dienstag vermisst werden.

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Zur Person

David Lama wurde 1990 als Sohn einer Innsbruckerin und eines nepalesischen Bergführers in Innsbruck geboren. Auf seiner Homepage heißt es, er sei fünf gewesen, als ihn Himalajaveteran Peter Habeler zum ersten Mal beim Klettern beobachtete und sofort sein „außergewöhnliches Gespür für den Felsen“ bemerkt hätte.Lama galt folglich schon im Kindesalter als eines der größten Kletter-Talente des Landes. 2004 und 2005 gewann er die Gesamtwertung des Jugendeuropacups.

Schon 2006 dann schaffte er in seiner ersten Weltcup-Saison sowohl den Sieg eines Boulder-Weltcups als auch eines Vorstieg-Weltcups. Seit 2010 widmete sich Lama vor allem dem alpinen Klettern und Extrembergsteigen - unter anderem gelangen ihm schwierige Erstbesteigungen, etwa am Cerro Torre in den Anden in Südamerika im Jahr 2012, wo er mit Peter Orter die Kompressor-Route erstmals frei und ohne Hilfsmittel erkletterte. 2018 schafft er als erster alleine die Erstbesteigung des Lunag Ri in Nepal über den Westpfeiler - nach zwei in den Vorjahren abgebrochenen Versuchen.

(APA/DPA)