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Weltjournal

Äthiopien: Im Dorf in den Bergen ist der Wandel noch nicht angekommen

Abraham Wedajo spürt nichts von der Euphorie im Land. Der 25-Jährige findet keinen Job.
Abraham Wedajo spürt nichts von der Euphorie im Land. Der 25-Jährige findet keinen Job.(c) NAOD LEMMA PHOTOGRAPHY
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Seit dem Antritt von Ministerpräsident Abiy Ahmed im April 2018 herrscht in Äthiopien Aufbruchstimmung – zumindest in der Hauptstadt Addis Abeba. In ländlichen Gegenden gibt es zum Teil noch nicht einmal Straßen, geschweige denn Hoffnung.

In Ginchi endet die Euphorie. Von der Hauptstadt Addis Abeba aus fährt es sich etwa 80 Kilometer lang Richtung Westen auf einer schön planierten Straße zweispurig bis in das administrative Zentrum der Region Dendi. Will man von hier jedoch weiter nördlich in die Regionen Jeldu, Ginde Beret und Abune Ginde Beret, beginnen die Rumpelpisten. Mal ist der Weg geschottert, mal fährt der Geländewagen im Slalom über ausgeschwemmte Straßen aus roter Erde, bis der Untergrund in den Bergen nur mehr ein Gemisch aus mehr oder weniger großen Steinen ist. Ohne Vierradantrieb geht es zeitweise nicht weiter.

Es ist ein Kontrast zum modernen Bild, das Äthiopien gerne von sich zeigt. Etwa das des Bole International Airport, wo Ethiopian Airlines ein Drehkreuz für den gesamten Kontinent hochgezogen haben – so etwas wie das Dubai von Afrika. Oder das Bild von Addis Abeba mit Hochhäusern, Baukränen und einer modernen Straßenbahn, die auf einer Hochtrasse geführt wird. Äthiopien als afrikanisches Wirtschaftswunderland und Addis als aufstrebende Metropole – das ist die Erzählung, mit der das Land die Bilder von ausgemergelten Kindern und Hungersnot vergessen lassen möchte.