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Fahrplan für das Krankenhaus Nord

Am 6. April gab es im Krankenhaus Nord einen Tag der offenen Tür, der von zahlreichen Besuchern genutzt wurde.
Am 6. April gab es im Krankenhaus Nord einen Tag der offenen Tür, der von zahlreichen Besuchern genutzt wurde.(c) APA/HANS PUNZ

Am 3. Juni dieses Jahres soll das Problemkrankenhaus erstmals für Patienten geöffnet sein. Der Zeitplan bis zur Eröffnung des Milliardenprojektes ist ausgesprochen straff.

Wien. Seit wenigen Tagen ist das Milliardenprojekt Krankenhaus Nord, das Anfang April in Klinik Floridsdorf umbenannt wurde und dessen Errichtung von Planungsmängeln, Kostenexplosionen und Verzögerungen begleitet war, offiziell als Spital genehmigt. Der sanitätsrechtliche Bescheid liegt vor und damit die Bewilligung, das Spital in Betrieb zu nehmen.

Mit 8. April begann dazu die klinische Betriebssimulation, die als Generalprobe für den medizinischen Betrieb des Spitals gilt. Bis zum Vollbetrieb des Hightechspitals im September sind allerdings noch einige Hürden zu nehmen. Der Fahrplan:

 

Mitte Mai

Bis dann findet der medizinische Probebetrieb mit gesunden Probepatienten („Fakepatienten“) statt. So soll getestet werden, ob alle medizinischen Geräte und Stationen im Ernstfall einwandfrei funktionieren. Danach folgt die hygienische Endreinigung.

 

Ende Mai

Dann starten die Übersiedlungen der Mitarbeiter aus verschiedenen Stationen unterschiedlicher Krankenhäuser. Insgesamt werden drei Standorte vollständig in die Klinik Floridsdorf übersiedeln: Die Semmelweis-Frauenklinik, das Orthopädische Spital Gersthof und das Krankenhaus Floridsdorf.

Dazu werden mehrere Abteilungen aus dem Otto-Wagner-Spital und dem Krankenhaus Hietzing, Kinderbetten aus der Rudolfstiftung und dem Wilhelminenspital sowie ein Teil der Unfallchirurgie aus dem Donauspital in die neue Klinik verlegt. Konkret übersiedeln ab Ende Mai im Wochentakt folgende Stationen in vier Etappen: Das Spital Floridsdorf mit seinen Fächern der Inneren Medizin samt Akutgeriatrie, Allgemeinchirurgie, Anästhesie und Intensivmedizin, der Zentralen Notaufnahme, Radiologie, Labor sowie die 4. Psychiatrie aus dem Otto-Wagner-Spital sind die ersten Abteilungen, die verlegt werden. An den alten Standorten werden die letzten Patienten am 27. Mai angenommen.

In den Tagen vor der Übersiedlung wird der Betrieb heruntergefahren und die Akutversorgung in dieser Zeit durch andere Abteilungen bzw. Spitäler übernommen. Geplante Eingriffe und Geburten werden für den Zeitraum der Übersiedlung bereits vorab in anderen Gemeindespitälern geplant. Das Grundkonzept der Übersiedlung: Eng verzahnte Bereiche wie Unfallchirurgie und Orthopädie, Geburtshilfe und Neonatologie bzw. Kinderheilkunde, Herz- und Gefäßchirurgie und Kardiologie, Thoraxchirurgie und Pulmologie übersiedeln jeweils gemeinsam.

 

Anfang Juni

Am 3. Juni öffnen die übersiedelten Abteilungen des Spitals Floridsdorf sowie die Abteilungen aus dem Otto-Wagner-Spital in der Klinik Floridsdorf. Parallel dazu nehmen das Orthopädische Krankenhaus Gersthof sowie die unfallchirurgischen Betten aus dem Donauspital am gleichen Tag die letzten Patienten an. Am 10. Juni sind diese Abteilungen in der Klinik Floridsdorf wieder in Betrieb.

Die nächste Welle der Übersiedlung folgt am 10. Juni. Dann werden die Semmelweis-Frauenklinik, die Kinder- und Jugendheilkunde-Station der Rudolfstiftung sowie sechs Betten der Neonatologie-Überwachung aus dem Wilhelminenspital die letzten Patienten aufnehmen. Eine Woche später, am 17. Juni, gehen diese Stationen in Floridsdorf in Betrieb.

Die letzte Übersiedlungswelle beginnt am 17. Juni: Es ist der letzte Tag, an dem Herzchirurgie, Kardiologie, Teile der Anästhesie/Intensivmedizin sowie Radiologie aus dem Krankenhaus Hietzing sowie ein großer Teil der 1. Pulmologie und Thoraxchirurgie aus dem Otto-Wagner-Spital Patienten aufnehmen. Diese Abteilungen starten eine Woche später in der neuen Klinik, also am 24. Juni. Damit sind alle Abteilungen vollständig in das neue Flaggschiff der Wiener Spitalslandschaft übersiedelt.

 

Anfang September

Über den Sommer werden die notwendigen (personellen) Kapazitäten aufgebaut. Alle Abteilungen sollen dann funktionsfähig sein und mit Patienten besetzt werden – der Vollbetrieb kann beginnen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.04.2019)