Was das Hameau mit dem Mont Blanc verbindet

Altes Schild, neue Pfeile: Hameau, Wienerwald.
Altes Schild, neue Pfeile: Hameau, Wienerwald.(c) Wolfgang Freitag

Wo kämen wir nur hin ohne das Einheitsdesign der neuen, gelben Wanderwegbeschilderung?

Die wirklich großen, die bis tief in unser aller Existenz bedeutsamen Neuerungen, die bleiben ja oft unbedankt und unbelohnt. So will ich an dieser Stelle die Blicke auf ein Reformwerk richten, das das Leben Hunderttausender, ja womöglich das von Millionen in drei Kernfragen ihres Daseins einfacher gemacht hat: Wo bin ich? Wo will ich sein? Und wie komm ich von hie nach da?

Mehr als 20 Jahre ist es her, dass sich der Club Arc Alpin, Dachverband der „führenden Bergsportverbände des Alpenbogens“, darunter des heimischen Alpenvereins, entschlossen hat, dem ganz und gar undurchschaubaren Wildwuchs unterschiedlich gestalteter Wanderwegweiser an den Blechleib zu rücken. Und tatsächlich: Welches Problem der Welt hätte drängender einer Lösung bedurft als genau dieses! Ältere unter uns werden sich noch der Hundertschaften erinnern, die aufgrund längst überkommenen Wegweiserdesigns, hierzulande rechteckige Tafeln, schwarze Schrift auf weißem Grund, Wochenend für Wochenend vom rechten Wanderwege abkamen und – nur so beispielsweise – im wienerwäldlerischen Irgendwo zwischen Hameau und Sofienalpe fast schmählich verdurstet wären, hätte sie nicht ein gütiges Geschick samt der Exelberger Hochgebirgsgendarmerie vor dem Schlimmsten bewahrt.

Damit ist's gottlob vorbei: Mittlerweile hat sich das schöne neue und vor allem einheitliche Wegweiserdesign vom französisch-schweizerischen Südwesten her über den gesamten Alpenbogen bis an die Waldränder von Döbling, Währing, Ottakring hin ausgebreitet: gelbe Pfeile, schwarze Schrift, so originell wie ein Pflasterstein, so charmant wie ein Steuerbescheid. Und gewiss so umweltfreundlich und ressourcenschonend fabriziert, wie „Aluminium, Stärke mind. 3 mm“ halt nur fabriziert sein kann.

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