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Bankangestellte erkämpfen drei Prozent mehr Gehalt

BANKEN-KV: VERSAMMLUNG DER WIENER BANKANGESTELLTEN
APA/ROLAND SCHLAGER

Der angedrohte Streik ist vom Tisch - in der fünften Verhandlungsrunde gab es nach stundenlangem Feilschen eine Einigung.

Der Streik hing schon in der Luft: Denn die Streikfreigabe des Gewerkschaftsbunds hatten die Vertreter der 74.000 österreichischen Bankangestellten am Dienstagnachmittag bereits in der Tasche. Als sie sich mit dem Chefverhandler auf Banken-Seite, Markus Posch, an den Verhandlungstisch setzten. Dennoch waren die Sozialpartner um ein Ergebnis bemüht, denn eine sechste Runde war gar nicht angesetzt. Indes sollten schon ab heute, Mittwoch, Bankfilialen bestreikt werden.

Und so wurde stundenlang gefeilscht - mit Erfolg. Die Mindestgrundgehälter für die Beschäftigten in der Kreditwirtschaft werden rückwirkend mit 1. April 2019 um 2,5 Prozent zuzüglich 14,50 Euro erhöht. Das entspricht einer Erhöhung zwischen 2,8 bis 3,37 Prozent, hieß es am Mittwochfrüh in einer Aussendung. Bezogen auf alle Gehaltstabellen des Finance-KVs bedeute dies eine Erhöhung von durchschnittlich drei Prozent.

Harte Fronten

Von einer Einigung trennten die Sozialpartner am Dienstagnachmittag größere Meinungsdifferenzen, die offenkundigste betraf das Gehaltsplus. Nachdem beide Seiten bereits leicht nachgegeben hatten, forderten die Arbeitnehmer 3,5 Prozent, die Arbeitgeber boten 2,66 Prozent. Im Vorjahr hatte man sich - ebenfalls nach fünf Runden und angedrohten Kampfmaßnahmen - auf eine Steigerung von durchschnittlich 2,76 Prozent geeinigt.

Heuer lagen die Dinge aber anders, fanden beide Seiten: Die Gewerkschaft zitierte den jüngsten Nationalbank-Bericht über den Rekordjahresüberschuss der heimischen Banken von 5,7 Mrd. Euro und forderte, dass nicht nur die Aktionäre daran verdienen sollen. Außerdem wollten die Betriebsräte der großen Institute eine Kompensation für die Auswirkungen des Arbeitszeitgesetzes der Bundesregierung - Stichworte: Vergütung der elften und zwölften Stunde und schnellerer Anspruch auf die sechste Urlaubswoche.

Niedrige Inflation

Ganz anders sah Posch die Sache. Die Inflation sei niedriger als im Vorjahr, womit 2,66 Prozent dem vorigen Angebot entsprächen. Viel mehr könnten sich die Banken nicht leisten, schließlich läge der Median bei den Bruttoeinkommen der Bankangestellten mit 2954,60 Euro im Branchenvergleich am oberen Ende. Den österreichischen Banken gehe es - der Rekordmeldung der OeNB zum Trotz - nicht rosig. "Dieses Ergebnis wurde zum Großteil im Ausland erwirtschaftet." Ziehe man noch außerordentliche positive Effekte ab, sei das Betriebsergebnis im Inland 2018 um sieben Prozent gefallen.

(apa)

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