Notre-Dame: Arbeiter rauchten auf dem Baugerüst

Das Gerüst und die Reinigunsarbeiten im Dache der Kathedrale Notre-Dame werden nach der Brandkatastrophe kritisch beäugt.
Das Gerüst und die Reinigunsarbeiten im Dache der Kathedrale Notre-Dame werden nach der Brandkatastrophe kritisch beäugt.APA/AFP/CHRISTOPHE ARCHAMBAULT

Das Gerüstbau-Unternehmen räumt das Fehlverhalten seiner Mitarbeiter ein, sieht aber keinen Zusammenhang mit dem Brand der Pariser Kathedrale.

Vor dem Großbrand von Notre-Dame haben Arbeiter auf dem Dach der Pariser Kathedrale das strikte Rauchverbot missachtet. Das räumte die Gerüstbaufirma Le Bras Freres am Mittwoch ein. Einige ihrer Mitarbeiter hätten "sich ab und zu über das Verbot hinweggesetzt", berichtete die Firma. "Wir bedauern das." Das Unternehmen bestritt aber einen Zusammenhang mit dem verheerenden Feuer.

Mitarbeiter der Firma hatten auf dem Dach der Kathedrale für Renovierungsarbeiten ein Gerüst um den gut 90 Meter hohen Spitzturm aufgestellt, der bei dem Brand einstürzte. Firmensprecher Marc Eskenazi warb um Verständnis für die Arbeiter, die das Rauchverbot missachtet hätten. Es sei "ein bisschen schwierig gewesen, von dem Gerüst hinabzusteigen, weil das Zeit braucht".

Der Sprecher des Unternehmens mit Sitz in Jarny bei Metz in Ostfrankreich betonte aber: "In keinem Fall kann ein schlecht ausgedrückter Zigarettenstummel Ursache des Brandes von Notre-Dame sein."

Die Satire- und Investigativzeitung "Le Canard enchaine" berichtete in ihrer aktuellen Ausgabe, die Ermittler gingen zudem der Hypothese eines Kurzschlusses bei den Elektromotoren der Aufzüge zu den Gerüsten nach. Firmensprecher Eskenazi schloss auch dies aus: Es habe "keinerlei Probleme" mit den Motoren gegeben, sagte er. Zudem seien sie weit von dem Spitzturm entfernt, und das Feuer habe "im Inneren des Gebäudes" begonnen.

Gut eine Woche nach dem verheerenden Brand wurde am Dienstagbegonnen, eine Plane auf der mehr als 850 Jahre alten Kathedrale anzubringen, deren Dach in großen Teilen zerstört wurde. "Es hat höchste Priorität, den Dom vor dem kommenden Regen zu schützen", sagte der zuständige Architekt Philippe Villeneuve dem Fernsehsender BFM-TV.

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