Essen & Trinken

Wo kochen all die Foodtrucks vor?

In der Gemeinschaftsküche bereitet Weigl die Arancini vor, auf seiner Ape frittiert er sie.
In der Gemeinschaftsküche bereitet Weigl die Arancini vor, auf seiner Ape frittiert er sie.(c) die Presse (Carolina Frank)

Wo kommen Büromahlzeiten ins Einmachglas? Einblicke in die erste Wiener Coworking-Küche „Open Kitchen Herd".

„Du sollst jeglichem Bullshit streng entsagen", spricht die Hausordnung, die in Anlehnung an die Zehn Gebote formuliert ist. Mit Bullshit meint Marko Ertl, einer der drei Gründer der 700-m2-Gemeinschaftsküche „Herd" im zehnten Wiener Bezirk, vor allem Zutaten schlechter Qualität. Mit diesem Wunsch dringt er bei vielen gleichgesinnten Mitgliedern seiner „Open Kitchen" durch, aber nicht bei allen. In manchen der zu mietenden Regale des Kühlraums finden sich hochwertige Lebensmittel wie selbst eingelegte Wildbirnen oder Hüftsteak vom Aberdeen-Freilandrind, in anderen aber auch Großpackungen mit Discounterkäse. Was die Mitglieder der jungen Herd-Community jeweils kochen, bleibt am Ende doch ihnen überlassen. In der geteilten Großküche sind Foodtruck-Unternehmen ebenso am Werk wie Büromenü-Lieferer und Geisterrestaurants, die auf Lieferportalen wie Foodora zwar als Lokal X firmieren, aber in natura gar kein Lokal sind. Sondern sich nur hier, in der „Open Kitchen Herd", eingemietet haben.