Wo sich ein Antiliberaler mit der Linken trifft

Links-rechte Revolutionäre: Street Art in Paris, mit Gelbwesten und Marianne, Symbol der Republik – und der Französischen Revolution.
Links-rechte Revolutionäre: Street Art in Paris, mit Gelbwesten und Marianne, Symbol der Republik – und der Französischen Revolution.(c) AFP

Wer den Vordenker der Neuen Rechten Alain de Benoist liest, versteht besser, warum gerade die radikale Rechte heute so links aussieht. In seinem neuen Buch ist Migration ein Nebenthema: Es geht gegen Liberalismus und Kapitalismus.

Für Menschen, die erwarten, dass sich politische Phänomene in zwei Schubladen fügen – „links“ und „rechts“, moralisch übersetzt „gut“ und „böse“ –, ist die europäische Realität in den letzten Jahren widerspenstig geworden. Linke wie rechte Gruppierungen demonstrieren als Gelbwesten gegen Globalisierung und die „Elite“. Rechte überbieten einander in Kapitalismuskritik. Identitäre argumentieren für den Schutz der kulturellen Vielfalt auf der Welt, gegen gleichmacherischen Universalismus. Und hier wie dort produziert man aus Prinzip Biogemüse im Eigenanbau.