Außenpolitik

Die Außenseiter, die auf ihre große Stunde hoffen

Cory Booker
Cory BookerREUTERS

Seit Monaten laufen sich Senatoren wie Cory Booker, Ex-Minister wie Julian Castro oder Ex-Gouverneure wie John Hickenlooper warm.

Nur die größten Insider der US-Politszene haben vermutlich von Marianne Williamson oder Wayne Messam gehört, der Schriftstellerin und Motivationsrednerin aus Texas und dem Bürgermeister aus Miramar in Florida und Sohn jamaikanischer Immigranten. Sie gelten als Zählkandidaten der Demokraten, die auf kurzzeitigen Ruhm aus sind. Doch daneben läuft sich seit Monaten mindestens ein halbes Dutzend ernsthafter Aspiranten warm – Senatoren, Gouverneure, Minister, die Wahlkampfbüros aufgebaut haben, Spenden sammeln, Reden halten und durchs Land touren.

Cory Booker, der afroamerikanische Senator aus New Jersey und Football-Star an der Stanford University, hat als Bürgermeister in Newark nationale Berühmtheit erlangt – als Lebensretter bei einem Feuer und mit seinen karitativen Aktivitäten. Facebook-Chef Mark Zuckerberg spendierte ihm 100 Millionen Dollar für desolate Schulen in seiner Stadt. Der 50-Jährige mit dem markanten Glatzkopf, neuerdings mit der Schauspielerin Rosario Dawson liiert, setzt auf eine positive patriotische Botschaft – und will sich als moderater Politiker mit guten Wall-Street-Kontakten von Donald Trump abheben. Noch hat seine Kampagne indes nicht Feuer gefangen.

Julian Castro. Dies lässt sich in noch größerem Maße von dem ehemaligen Shootingstar der Obama-Ära behaupten. Der 45-Jährige, dessen Zwillingsbruder Joaquin als Abgeordneter im Repräsentantenhaus sitzt, galt bereits als Bürgermeister von San Antonio mit seinen Latino-Wurzeln als Hoffnungsträger der Demokraten. Barack Obama holte den Stanford- und Harvard-Absolventen als Bauminister in die Regierung. Er blieb jedoch unauffällig. Castro wäre der erste Präsident mit hispanischer Abstammung.

Kirsten Gillibrand. Die Senatorin aus New York übernahm von Hillary Clinton den Sitz im Kongress und machte zuletzt vor allem als Verfechterin der #Metoo-Bewegung von sich reden. Dass die 52-Jährige allerdings an Bill Clinton Kritik übte und im Nachhinein für seinen Rücktritt in der Lewinsky-Affäre plädierte, nahmen ihr nicht nur die Clintons übel.

Amy Klobuchar. Die 58-jährige Senatorin aus Minnesota hat die Chance, im Mittleren Westen und im Rostgürtel die früheren demokratischen Wähler aus der Arbeiterklasse anzusprechen, die einst zu Ronald Reagan und zuletzt zu Donald Trump übergelaufen sind. Noch fehlt es ihr freilich an einem deutlichen Profil.

John Hickenlooper. Der 67-Jährige, Ex-Bürgermeister von Denver und Ex-Gouverneur von Colorado, der zuvor eine Bierbrauerei und Restaurants betrieben hat, vereint in sich unternehmersches Credo mit „grünen“ Ideen. Sein bodenständiger Pragmatismus und seine Kompromissfähigkeit könnten Wähler der Mitte anziehen. In Colorado war er damit erfolgreich.