Europas Firmen schütten 350 Mrd. Euro aus

Börse Frankfurt (Symbolbild)
Börse Frankfurt (Symbolbild)(c) imago/Sven Simon (Malte Ossowski/SVEN SIMON)
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Dividendenzahlungen machen 41 Prozent der Gesamtperformance von europäischen Aktien aus.

Europäische Unternehmen werden heuer eine Rekordsumme von 350 Milliarden Euro Dividenden an ihre Aktionäre ausschütten – das sind 16 Milliarden Euro bzw. 4,8 Prozent mehr als im Vorjahr, erwarten die Experten von Allianz Global Investors. Zu den „Dividenden-Klassikern“ zählen seit Jahren die Unternehmen der Versicherungsbranche. Doch auch bei den Energieunternehmen dürften sich die „massiven Umstrukturierungen schon in absehbarer Zeit mit einer stärkeren Cash-Generierung auszahlen“, meint Martin Bruckner, Vorstandsmitglied der Allianz Investmentbank AG und Chief Investment Officer der Allianz Gruppe in Österreich.

Wie eine Allianz-Studie zeigt, liegen die Dividendenrenditen in Europa weiterhin deutlich über der Rendite von Staatsanleihen. Derzeit ist die Differenz besonders hoch: Während die Dividendenrenditen in der Eurozone 3,25 Prozent betragen, liegt die Umlaufrendite von Staatsanleihen im Schnitt bei lediglich 0,37 Prozent. Dividendenweltmeister sind momentan russische Unternehmen (5,89 Prozent), gefolgt von portugiesischen (5,36 Prozent) und britischen Firmen (4,97 Prozent). Österreichs Unternehmen liegen mit einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 3,73 Prozent im Mittelfeld.

Nicht jeder schüttet aus. Die Dividendenrendite ist die Höhe der Dividende gemessen am Kurs. Grundsätzlich ist eine hohe Dividendenrendite positiv zu sehen. Ein sehr hoher Wert kann jedoch auch bedeuten, dass der Kurs gefallen ist und die Analysten ihre Dividendenschätzungen noch nicht nach unten angepasst haben. Einen niedrigen Wert weisen oft wachsstumsstarke Unternehmen aus: Die US-Technologieriesen Amazon oder Google schütten etwa gar keine Dividenden aus, ihre Kurse sind in den vergangenen Jahren aber stark gestiegen.

Die Allianz-Experten streichen jedoch die Vorteile von dividendenstarken Aktien hervor: „Im Anlegerdepot haben Ausschüttungen eine Airbag-Funktion, die sich angesichts der unsicheren Marktsituation besonders vorteilhaft auswirken kann“, meint Studienautor Hans-Jörg Naumer, Leiter der Kapitalmarktanalyse bei Allianz Global Investors. „Dividenden können das Portfolio stabilisieren, weil sie Kursrückschläge abfedern und planbare Einkommen generieren.“ Laut der Studie erreichten Ausschüttungen von 1973 bis heute einen Anteil von rund 41 Prozent an der Gesamtrendite europäischer Aktien.

(B.L.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.04.2019)

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