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Polizei befürchtet weitere islamistische Anschläge in Sri Lanka

Vier Verdächtige der Attentate von Ostersonntag mit 257 Toten sind weiterhin auf der Flucht. Es wurden zusätzliche Beamte mobilisiert.

Knapp zwei Wochen nach der verheerenden Anschlagsserie in Sri Lanka haben die Behörden vor neuen Angriffen gewarnt. Die Polizei erklärte am Freitag nach Berichten über Anschlagspläne auf Brücken in der Hauptstadt Colombo, sie habe zusätzliche Beamte mobilisiert und die Marine zur Entsendung weiterer Schiffe auf die Flüsse angehalten.

Nach Angaben von Regierungssprecher Rajitha Senaratne sind weiterhin vier Verdächtige im Zusammenhang mit den Angriffen vom Ostersonntag auf der Flucht.

Es gebe Informationen über eine kleine Gruppe von Radikalen, die weitere Anschläge verüben könnten, sagte Senaratne der Nachrichtenagentur AFP. Nach den Angriffen auf Kirchen und Hotels vom Ostersonntag könne noch nicht gesagt werden, dass "die Gefahr vorbei ist". "Aber die Situation ist unter Kontrolle... besser, als wir es erwartet haben."

Nach Militärangaben wurden bei Durchsuchungen in der Nacht zum Freitag an verschiedenen Orten Sprengstoff und Waffen sichergestellt. Diese stammten demnach aber nicht von Islamisten, sondern von kriminellen Netzwerken. Die Armee richtete nach eigenen Angaben eine Kommandozentrale für die Koordinierung des Kampfes gegen Islamisten ein. Die Suche nach "Terroristen, Verstecken, Sprengstoffen, Waffen" werde fortgesetzt.

Attentäter hatten Unterstützung aus dem Ausland

Dabei spiele die muslimische Minderheit im Lande eine wichtige Rolle, sagte Senaratne. Sie habe die Jagd nach den Islamisten mit "vielen Informationen" unterstützt. Zudem habe Sri Lanka Hilfe der Geheimdienste der USA, Großbritanniens und Indiens erhalten.

Bei der Anschlagsserie am 21. April waren 257 Menschen getötet worden. Im Vorfeld hatte es offenbar Hinweise der Sicherheitsbehörden auf Anschlagpläne gegeben, die aber nicht zu entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen führten. Wegen neuer Warnungen sagte die katholische Kirche am Donnerstag erneut alle Messen am Wochenende ab.

Die Regierung macht die Islamistengruppe National Thowheeth Jama'ath (NTJ) für die Anschläge verantwortlich, glaubt aber, dass sie Unterstützung aus dem Ausland hatte. Die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Tat für sich.

(APA/AFP)

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