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Wolf zum Vilimsky-Interview: "Ich würde die Frage wieder stellen"

ROMY-GALA 2019: ARMIN WOLF
Armin Wolf bei der Romy Gala 2019.APA/HANS PUNZ

"ZiB 2"-Moderator Armin Wolf vermutet hinter der Attacke von Harald Vilimsky mögliche Wahlkampftaktik. Er würde den FPÖ-Politiker „jedenfalls“ wieder nach dem „Stürmer"-Vergleich fragen.

Sehr erholsam sei sein lange geplanter Kurzurlaub, den er nach seinem „ZiB2"-Interview mit FPÖ-EU-Spitzenkandidat Harald Vilimsky angetreten habe, nicht gewesen, schreibt Armin Wolf in seinem aktuellen Blog-Beitrag, den er am Sonntag veröffentlichte. Er habe wegen der öffentlichen Diskussion über dieses  „ZiB 2"-Interview jeden Tag "mehrere hundert Mails, SMSe und Twitter-Mentions" bekommen, „99 Prozent davon lobend, freundlich und unterstützend". Aber auch Untergriffiges: "Grüß sie warum sind sie noch nicht gekündigt beim orf sie. Ratte scheiss geburt einer Hure" (Rechtschreibung im Original).

Wolf erklärt, wie es zu den Fragen und Ereignissen kan. Für ihn sei klar gewesen, dass er nicht nur das „ekelhafte ,Ratten'-Pamphlet des Braunauer Vize-Bürgermeisters“ zur Sprache bringen wollte (es sei „ganz klar das politische Thema des Tages“ gewesen), sonden auch das RFJ-Sujet „Tradition statt Migration“, das gerade auf Twitter kursierte und auf dem man ein Trachtenpärchen sieht, das von bösartig aussehenden, offenbar muslimischen Figuren bedroht wird. Hätte Vilimsky sich von dem Sujet distanziert, hätte er es dabei belassen, so Wolf. Erst als Vilimsky das - zu seiner Überraschung - nicht tat, habe er ihn gefragt, wo denn da der Unterschied zu Darstellungen in der NS-Zeitschrift „Der Stürmer“ sei (diese Vorgehensweise sei mit dem Sendungsverantwortlichen auch abgesprochen gewesen).

Hatte Vilimsky seine Attacke geplant?

Vilimsky reagierte bekanntermaßen emotional, warf Wolf vor, er würde der FPÖ eine Nähe zum Nationalsozialismus unterstellen. Das sei „etwas, das nicht ohne Folgen bleiben kann“, so Vilimsky. "Wie spontan Vilimskys Empörung im Studio war, ist übrigens eine interessante Frage", schreibt Wolf weiter. Immerhin habe die FPÖ kurz darauf einen EU-Wahlspot veröffentlicht, in dem eine TV-Journalistin namens „Armina Wolf“ auftaucht.

Auf Twitter mache daher die Vermutung die Runde, Vilimsky hätte ihn bei diesem Interview „ganz unabhängig“ von den Fragen auf jeden Fall attackiert, „weil der Konflikt mit dem ORF offensichtlich zum freiheitlichen Wahlkampfkonzept gehört". Dass ihm der Vorsitzende des ORF-Stiftungsrats, Norbert Steger (FPÖ), eine „Auszeit“ empfiehlt, findet Wolf, der erst vor wenigen Tagen mit einer Romy geehrt wurde, übrigens „einigermaßen originell". Und er stellt am Ende seines Blog-Beitrags klar: „Ich werde übrigens keine Auszeit nehmen.“ Die einzig korrekte Reaktion der FPÖ wäre eine Beschwerde bei der Medienbehörde. Die wäre aber „chancenlos", meint Wolf: „Meine Frage war rechtlich einwandfrei, die Judikatur des Verfassungsgerichtshofs zu Live-Interviews im ORF ist seit Jahrzehnten glasklar."

"Ich würde diese Frage wieder stellen"

Würde er im Nachhinein etwas anders machen?, fragt sich Wolf. Er würde manches weglassen und kürzen. „Aber die Frage, worin sich die rassistische RFJ-,Karikatur' von rassistischen Bildern im ,Stürmer' unterscheidet, würde ich jedenfalls wieder stellen", so Wolf: „Eine konkrete Antwort darauf habe ich bis heute nicht gehört."