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Gazprom verdoppelt den Gewinn

Der russische Gasriese Gazprom besticht mit soliden Ergebnissen.
Der russische Gasriese Gazprom besticht mit soliden Ergebnissen.Reuters
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Der weltweit größte Gaskonzern profitierte vor allem vom Export nach Europa.

Wien. Auch wenn der russische Gasriese Gazprom zahlreiche Baustellen hat und auf seinem wichtigsten Exportmarkt Europa gerade aufgrund der geplanten Ostseepipeline Nord Stream 2 nach wie vor skeptisch betrachtet wird, besticht er doch mit soliden Ergebnissen. Konkret kletterte der den Aktionären zugerechnete Gewinn im Vorjahr auf 1,46 Billionen Rubel (20,2MilliardenEuro), wie der Konzern am Montag mitteilte. Das ist eine Steigerung um 104 Prozent gegenüber dem Jahr davor.

Der Umsatz stieg um 26 Prozent auf 8,22 Bio. Rubel. Gazprom erklärt dies mit Verkaufssteigerungen auf der ganzen Produktlinie – von Gas und Öl bis Gaskondensat.

Hauptumsatz- und Gewinnbringer bleibt freilich das Gas. Mit 4,3 Bio. Rubel stand es 2018 für mehr als 50 Prozent des Konzernumsatzes. Traditionsgemäß schlug dabei wieder das Geschäft mit Europa und anderen Ländern (etwa der Türkei) außerhalb der Ex-Sowjetunion zu Buche. Die Kunden in diesen Ländern brachten 2,95 Bio. Rubel an Umsatz – ein Zuwachs von 33 Prozent gegenüber 2017.

 

Gaspreis stieg um 33 Prozent

Dabei war nicht das in diese Länder fließende Gasvolumen entscheidend, das ziemlich konstant bei 243,3 Mrd. Kubikmeter blieb, sondern der dort erzielte durchschnittliche Gaspreis, der 2018 um 33 Prozent auf 15.499,50 Rubel pro 1000 Kubikmeter stieg.

Gazprom verkauft knapp die Hälfte seines Gases nach Europa. Wie allen russischen Exportunternehmen kommt auch Gazprom der schwache Rubel zugute, werden doch die Einnahmen in Dollar oder Euro generiert, während die Ausgaben in Rubel getätigt werden. Das Vorjahr war dabei besonders lukrativ, stiegen doch Dollar und Euro gegenüber der russischen Währung um 21 bzw. 15 Prozent an. Andererseits erhöhte das die Nettoverschuldung um 26 Prozent auf 3,01 Billionen Rubel.

Weitere Probleme bereitet Nord Stream 2. Die Pipeline sollte noch 2019 fertiggestellt werden. Die Genehmigung von Dänemark steht aber noch aus.

Die Gazprom-Aktie stieg gestern in Moskau deutlich stärker als der Gesamtmarkt über ein Prozent. (est)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.04.2019)