Neun Jahre nach dem Verkauf des Verpackungskonzerns gibt es einen Vergleich mit einer saftigen Nachzahlung von 50 Mio. Euro für den restlichen Streubesitz.
Es war ein Deal, der viel Staub aufwirbelte – aber nur wenige glücklich machte: Die Tochter des Industriellen Herbert Turnauer, Christine de Castelbajac, musste im Zuge des Immofinanz-Desasters die Constantia Packaging (CP) verkaufen. Die hochprofitable Firma ging an den zu JP Morgan gehörenden Finanzinvestor One Equity Partners (OEP). Dieser bot im Zuge des Gesellschafterausschlusses (Squeeze-out) dem verbleibenden Streubesitz eine Barabfindung von 47 Euro je Aktie an.
Das war einer Gruppe von streitbaren Aktionären zu wenig – zumal sie mutmaßten, dass der Verkaufs- und damit der Abfindungspreis bewusst niedrig angesetzt worden waren. Deshalb brachten sie eine Feststellungsklage auf Überprüfung der Angemessenheit des Angebots ein. Zusätzlich strengte Aktionär Alexander Proschofsky eine Klage gegen die OEP in New York an und erwirkte in dem sogenannten Discovery-Verfahren die Herausgabe wichtiger vertraulicher Dokumente und Beweismittel. Jetzt, neun Jahre später, ist die Sensation perfekt: In dem am Freitag erreichten Vergleich erhalten die Minderheitsaktionäre, die 1,42 Millionen CP-Aktien hielten, eine Nachzahlung von 35,08 Euro je Aktie.