Die SPÖ-Playlist

Da die Band auf dem Grazer Hauptplatz es wagte, „Hulapalu“ von Andreas Gabalier zu spielen, protestierte die steirische SPÖ-Landesrätin Doris Kampus. Und verdeutlichte den Musikern, dass die Lieder des Grazer Barden beim SPÖ-Maifest unerwünscht seien. Das soll aber nicht die einzige musikalische Regel bleiben.

So will die SPÖ nicht mehr „Wer hat an der Uhr gedreht?“ spielen. Thomas Drozda kommt sonst nicht hintennach, um bei seinen Uhren nach dem Rechten zu sehen. Dabei ist der Rechte im Burgenland zu finden und regiert als Landeshauptmann mit der FPÖ. Auch bezüglich der Koalitionsvarianten im Bund erklärte Doskozil: „Alles ist möglich, aber nix is fix“, worauf die Löwelstraße dieses Lied aus der Playlist nahm. Tirols SPÖ-Chef, Dornauer, legte als Protest dagegen ein anderes Fendrich-Lied („Macho, Macho kannst net lernen, Macho, Macho muss man sein“) in den Walkman von Rendi-Wagner ein. Worauf sie der Partei auch das Lied untersagte.

Noch gespielt werden darf „Der Hofer war's“, ein Lied über Fehler eines Ministers. „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ – ein Song, der die Rolle eines Staatssekretärs bei der Gegenfinanzierung zur Steuerreform kritisch beleuchtet. Und das Lied von der Jazz Gitti über eine in die Opposition abgeglittene Partei die wieder Wahlen gewinnt: „A Wunder, a Wunder, es ist a Wunder g'schehn!“ (aich)

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.05.2019)