Flüsse in schlechtem Zustand

Nur 40 Prozent der heimischen Fließgewässer befinden sich in einem guten ökologischen Zustand.
Nur 40 Prozent der heimischen Fließgewässer befinden sich in einem guten ökologischen Zustand.APA/THOMAS LENGER

Die ökologische Verfassung der heimischen Fließgewässer ist nicht gut, die Sanierung verzögert sich.

Wien. Nur 40 Prozent der heimischen Fließgewässer befinden sich in einem guten ökologischen Zustand – und die Sanierung verzögert sich. Das geht aus einem am Freitag veröffentlichten Bericht des Rechnungshofs zur „Ökologisierung Fließgewässer, zweite Sanierungsperiode“ hervor.

Während fast alle österreichischen Fließgewässer dem Bericht zufolge einen zumindest guten chemischen Zustand erreichen, befinden sich derzeit nur 40 Prozent dieser Gewässer in einem guten ökologischen Zustand bzw. zeigen ein gutes ökologisches Potenzial. Über dem Bundesdurchschnitt liegen Salzburg und Tirol mit 59 bzw. 57 Prozent. „In Niederösterreich und der Steiermark weisen gar nur 31 bzw. 34 Prozent der Fließgewässer einen guten ökologischen Zustand auf“, so der Rechnungshof.

Hintergrund der Prüfung ist die Wasserrahmenrichtlinie, die im Jahr 2000 in Kraft trat. Ihr Grundprinzip ist, keine weiteren Verschlechterungen der Gewässer zuzulassen sowie alle, die keinen guten Zustand auswiesen, bis 2015 bzw. mit Ausnahmen bis spätestens 2027 zu verbessern.

Nun steht aber fest: Die Durchgängigkeit in großen und größeren Fließgewässern herzustellen, war rund zwei Jahre nach dem Ende der ersten Sanierungsperiode (2009 bis 2015) in vielen Gebieten nicht erreicht. Bereits in den Jahren 2012 sowie 2015 hatte der Rechnungshof den Bund im Zuge vorangegangener Prüfungen kritisiert, dass die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie nicht erreicht werden können. Der Rechnungshof stellte auch die zeitgerechte Umsetzung der in der zweiten Sanierungsperiode vorgesehenen Maßnahmen infrage. Der Nationale Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP) 2015, in dem die Strategien der zweiten Sanierungsperiode festgeschrieben sind, wurde vom Umweltministerium um 19 Monate zu spät publiziert. Weil der Bund keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung stellte, hatten die überprüften Länder im Oktober 2017 noch keine der im NGP 2015 vorgesehenen Maßnahmen in Angriff genommen. (red.)