Das serbische Innenministerium hat Medienberichte bestritten, wonach der frühere Präsident des Staatenbundes Serbien-Montenegro, Svetozar Marovic, die serbische Staatsbürgerschaft erhalten habe.
Das serbische Innenministerium hat Medienberichte bestritten, wonach der frühere Präsident des Staatenbundes Serbien-Montenegro, Svetozar Marovic, die serbische Staatsbürgerschaft erhalten habe. Der gebürtige Montenegriner habe nicht einmal um die Staatsbürgerschaft Serbiens angesucht, hieß es in einer Aussendung des Innenministeriums am Samstag.
Montenegros Justizministerium hatte Ende April die serbischen Justizbehörden um die Auslieferung des früheren Präsidenten des Staatenbundes Serbien-Montenegro ersucht. Marovic war 2017 in Montenegro zu vier Jahren und neun Monaten Haft wegen Korruption und Manipulationen mit Grundstücken in der Adria-Küstenstadt Budva verurteilt worden. Seit zwei Jahren hält er sich in Belgrad auf. Interpol hatte im Mai 2017 einen internationalen Haftbefehl für den einstigen Präsidenten Serbien-Montenegros ausgestellt, Belgrad hatte darauf nicht reagiert.
Nach Angaben der Justizministerin Nela Kuburovic wurde das Ersuchen des montenegrinischen Justizministeriums dem zuständigen Belgrader Gericht zugestellt, das über die weitere Vorgangsweise zu entscheiden hat.
Keine Auslieferung?
Zuvor hieß es, der gebürtige Montenegriner, der sich seit zwei Jahren in Belgrad aufhält, habe inzwischen die serbische Staatsbürgerschaft erhalten, wie die Tageszeitung "Danas" am Samstag unter Berufung auf den Belgrader Anwalt Bozo Prelevic berichtete.
Der Rechtslage zufolge könne Serbien Marovic nicht ausliefern, erklärte Prelevic. Montenegros Justizministerium hatte Ende April die serbischen Justizbehörden um die Auslieferung des früheren Präsidenten des Staatenbundes Serbien-Montenegro ersucht. Marovic war 2017 in Montenegro zu vier Jahren und neun Monaten Haft wegen Korruption und Manipulationen mit Grundstücken in der Adria-Küstenstadt Budva verurteilt worden.
Die Anwälte des früheren Ideologen der montenegrinischen regierenden Demokratischen Partei der Sozialisten (DPS) hatten zuvor seinen Aufenthalt in Belgrad wiederholt mit ärztlichen Behandlungen erklärt. Interpol hatte im Mai 2017 einen internationalen Haftbefehl für Marovic ausgestellt, Belgrad hatte darauf nicht reagiert.
Serbiens Justizministerin Nela Kuburovic erklärte Anfang dieser Woche, dass das Ersuchen des montenegrinischen Justizministeriums dem zuständigen Belgrader Gericht zugestellt worden sei. Dieses werde über die weitere Vorgangsweise entscheiden.
Von serbischen Behörden wurde bisher nicht bestätigt, dass Marovic die serbische Staatsbürgerschaft erhalten hat. Es ist aber bekannt, dass sein Sohn Marko, der in Budva in derselben Causa zu einer Haftstrafe verurteilt worden war und sich ebenfalls in Belgrad aufhält, inzwischen die serbische Staatsbürgerschaft besitzt und daher nicht nach Montenegro ausgeliefert werden kann.
Svetozar Marovic war der einzige Präsident des nur für kurze Zeit bestehenden Staatenbundes Serbien-Montenegro (2003-2006). Nach dem Unabhängigkeitsreferendum in Montenegro im Mai 2006 wurde der gemeinsame Staat aufgelöst.
(APA)