Klassik

Wo die Klänge verstummen

KritikWladimir Fedosejew bescherte mit Musik von Dmitri Schostakowitsch einen beklemmenden Abend im Musikverein.

Am Schluss nur Endzeitstimmung: Die Musik löst sich in ihre Einzelteile auf – was früher noch wie Nebelschwaden vorübergezogen ist, strebt nun der Entmaterialisierung entgegen – da vielleicht noch die Idee eines Rhythmus oder eines Herzschlags, mehr aber nicht – the rest is silence. Mit der Sprache haben die Töne auch ihren Mitteilungscharakter verloren. Wie verblüffend ähnlich doch Tristan stammelnd Marke gegenübersteht: „Oh König, das kann ich dir nicht sagen und was du frägst, das kannst du nie erfahren . . . Dem Land, das Tristan meint, der Sonne Licht nicht scheint.“