1. Mai – vorbei?

Die Neos möchten den Feiertag am 1. Mai abschaffen. Und dafür am 8. Mai einen Europatag feiern.

Die Neos möchten den Feiertag am 1. Mai abschaffen. Und dafür am 8. Mai einen Europatag feiern. Die SPÖ ist dagegen. Unverständlicherweise: Denn am 8. Mai haben immerhin die Wiener Bäder schon geöffnet, am 1. Mai noch nicht.

Andererseits kann man die SPÖ schon auch irgendwie verstehen: Sie lebt im Bewusstsein, dass der 1. Mai ihr gehört. Allerdings hätte die Regierung dafür jetzt auch eine Lösung gefunden: den persönlichen Feiertag.

Der Regierung ist das Thema an sich eigentlich egal: Denn sie arbeitet ohnehin immer am 1. Mai. Um der SPÖ eins auszuwischen. So wie früher die Katholiken just am Karfreitag, dem höchsten Feiertag der Evangelischen, demonstrativ die Wäsche aufhängten, so hat die Regierung geplant, jedes Jahr am 1. Mai einen Happen der Steuerreform zu präsentieren. Bis 2022 sollte sich das ausgehen.

Und – Hand auf Herz: Gearbeitet haben die Sozialdemokraten ja auch bisher schon am 1. Mai. Sie müssen einmal früher aufstehen als die Kinder. Die Parteioberen müssen Reden halten, in denen zwingend die Wörter „Rechtspopulismus“, „Ausbeutung“ und „Freundschaft“ vorkommen. Und es ist auch ziemlich mühsam, jedes Jahr 120.000 Menschen abzuzählen. (oli)

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.05.2019)