FH-Ranking: „Wenn man möchte, dass es so bleibt, kostet das“

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Im aktuellen CHE-Ranking schneiden die heimischen FH gut ab. Besonders gute Noten gibt es für die raschen Studienabschlüsse.

Gütersloh/Wien. Es ist ein Ergebnis, mit dem die Fachhochschulen sehr zufrieden sind: Mehr als 200 Platzierungen in der Spitzengruppe, rund 150 in der Mittelgruppe und nur sieben in der Schlussgruppe – so schneiden die FH im diesjährigen CHE-Hochschulranking ab, das der „Presse“ vorliegt und online im Detail einsehbar ist. In Deutschland veröffentlicht die „Zeit“ die Resultate.

32 Technik- und Naturwissenschaftsstudiengänge aus Österreich wurden heuer gereiht – von Architektur über Maschinenbau bis Mechatronik. Eine echte Rangliste ist die Auswertung des Centrums für Hochschulentwicklung in Gütersloh, die auch zahlreiche Unis und FH aus der Schweiz und Deutschland umfasst, nicht: Direkt verglichen werden können nur die jeweils mehr als 20 Kategorien und ihre Platzierungen.

Besonders gut schneiden die FH bei den schnellen Studienabschlüssen ab. Alle bewerteten Bachelorstudien und (fast) alle Masterstudien sind in der Spitzengruppe, das bedeutet: Mindestens 80 Prozent der Studenten werden in der Regelstudienzeit plus zwei Semester fertig – in den meisten Studiengängen sind es sogar an die 100 Prozent. „Das ist gut organisiert. Die Studierenden sind in der Lage, das Studium in der vorgesehenen Zeit zu absolvieren“, sagt Sonja Berghoff vom CHE. „Das ist in Deutschland anders.“ Auch die Unterstützung am Studienanfang wird als sehr gut bewertet.

Bei der internationalen Ausrichtung landen im Bachelor einige der Studiengänge nur in der mittleren Gruppe, im Master allerdings wieder eher an der Spitze. Die Studierenden, auf deren Einschätzung ein Teil des Rankings basiert, geben den FH etwa bei der IT-, Raum- und Laborausstattung durchwegs Spitzennoten. Etwas weniger zufrieden sind sie mit der allgemeinen Studiensituation. Laut den Fachhochschulen könne das an verschiedenen Faktoren liegen – von der Verlegung des Studiengangs bis zu externen Einflüssen, wie der Finanzierung des Studiums oder der Wohnsituation.

Insgesamt sehen die FH die Ergebnisse als Bestätigung. „Der Auftrag ist, dass wir die Qualität halten können“, sagt Kurt Koleznik, Generalsekretär der Fachhochschulkonferenz – und richtet auch entsprechende Forderungen an die Politik: Die Fachhochschulen kämpfen weiterhin dafür, dass die Fördersätze, die der Bund pro Studienplatz bezahlt, erhöht werden, sagt Koleznik. „Wenn man möchte, dass es bei der Qualität so bleibt, dann kostet das auch.“ (beba)

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