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Die eklige Computertastatur

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Was hilft gegen Ansteckung im Büro?

„Wasch' dir die Hände!“ Mit dieser einfachen Regel ließen sich Millionen schwerer Infektionen verhindern. Anlässlich des „Internationalen Tages der Händehygiene“ stellten wir uns die Frage: Wo sind die Fallen im Büro?

Essensreste, Staub und Bakterien

Ein Blick auf die Computertastatur bestätigt: Hygienisch sieht anders aus. Zwischen den Tasten winken Staub und Brösel. Dazu kommen die Bakterien vom Tippen. Überall, wo wir mit den Händen hingreifen, sammeln sich Mikroorganismen, sagt Miranda Suchomel vom Institut für Hygiene und angewandte Immunologie: „Man denkt immer, die Klobrille ist unhygienisch. Aber auf Tastatur, Maus, Telefonhörer oder Handy befinden sich wesentlich mehr Keime.“

Ekelhaft, aber nicht problematisch

Diese Keime sind aber nicht gefährlich. Erstens überleben sie nicht lange und zweitens trifft man auf der eigenen Tastatur ohnehin nur die eigenen Bakterien. Das heißt: „Wenn man tippt, überträgt man die eigenen Hautbakterien dorthin und nimmt sie auch wieder auf. Greift man sich danach ins Gesicht, bekommt man maximal Wimmerl. Nur offene Wunden wären ein Problem“, sagt Suchomel. Auch das halbe Wurstsemmerl zwischen den Tasten macht nicht krank. Es ist nur unhygienisch.

Nur zufällige Ansteckung

Um sich wirklich über Telefonhörer, Maus oder Tastatur eine Erkältung oder eine Magen-Darm-Grippe einzufangen, müssten schon mehrere unglückliche Zufälle passieren. „Etwa wenn mir jemand direkt auf die Tastatur niest und ich gleich danach weiterschreibe. Oder wenn man sich nach dem WC nicht die Hände wäscht und die Darmbakterien zum Arbeitsplatz mitnimmt. Dann kann es zur Ansteckung kommen – generell ist das aber sehr unwahrscheinlich“, erklärt Suchomel. „Außerdem haben wir ja noch unser Immunsystem.“ Gleiches gilt für Türgriffe: Viel eher steckt man sich im direkten Kontakt mit dem Schnupfen-Kollegen an.

Hör auf den Kinderreim

Also nicht den Arbeitsplatz desinfizieren, sondern einfach nur Hände waschen. Aber richtig: „Fünf Sekunden die Hände unters Wasser halten bringt nichts. Sondern mindestens eine halbe Minute lang gut mit Seife waschen, auch die Fingerzwischenräume.“ Im Idealfall sogar unter den Fingernägeln. So machen Darmbakterien oder Grippeviren keine Probleme. Suchomel:„'Nach dem Klo, vor dem Essen, Hände waschen nicht vergessen' lernen wir jedem Kind. Wir müssten halt auch im Büro daran denken.“