Karl-Peter Schwarz

Tierisch ernst: 30-Stunden-Woche, Enteignungen, Sozialismus

Kevin Kühnert, Julia Herr und Andreas Schieder meinen, es wäre an der Zeit, den Kapitalismus durch den echten, den „demokratischen Sozialismus“ abzulösen.

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Unsinn gibt es in jedem Wahlkampf, manches ist bald vergessen, einiges aber bleibt. Noch harmlos, weil hoffentlich folgenlos, ist der Populismus, der sich an die Mitbürger mit dem IQ eines Feuerlöschers wendet. In diese Kategorie gehört die Forderung nach zwei zusätzlichen Feiertagen und einer 30-Stunden-Woche, mit der sich SP-Spitzenkandidat Andreas Schieder bei denen einwamperln will, die er für Proletarier hält. Aber warum nicht 28 Stunden und drei Feiertage? Ein staatlich garantiertes Gratisfrühstück mit Milchkaffee und zwei glutenfreien Bio-Kipferln an jedem Arbeitstag wäre auch nicht schlecht.

Etwas ernster wird es, wenn Andreas Schieder gemeinsam mit der SJ-Chefin Julia Herr durchsetzt, dass die SPÖ folgende Forderung in ihr Wahlprogramm („Mensch statt Konzern“) aufnimmt: „Wer arbeiten kann und möchte, der bekommt einen unbefristeten Arbeitsplatz zu einem Lohn von 1.700 Euro im Monat mit voller Sozialversicherung zur Verfügung gestellt.“ Wer stellt da wo welche Arbeitsplätze zur Verfügung? Der öffentliche Dienst? Die Gemeinde Wien? Und was ist mit denen, die eigentlich eher nicht arbeiten möchten?