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Erst retten die Schüler das Klima, nun ihren Notenschnitt

Schülerproteste vor dem Brandenburger Tor.imago images / ZUMA Press

SubtextGestern war Mathematikmatura in Österreich. Deutsche Schüler haben gegen ihr Abitur schon aufbegehrt – und sich dabei nicht verkalkuliert.

Nur scheinbar geht es um so nette Dinge wie Lebkuchenherzen, Glücksräder und Skateparks. Die lebensnahe Verpackung ist blanker Hohn. Hinter ihr lauern Stammfunktionen, Signifikanzniveaus und Binomialverteilungen. Ein Blick auf die Aufgaben der bayerischen Mathematikmatura lässt rechnerisch Schwachbrüstigen den kalten Angstschweiß auf die Stirn treten. Und nicht nur ihnen: Dieses Abi war viel zu schwer, klagen die Schüler. Sie haben eine Onlinepetition gestartet, die bei 65.000 Unterschriften steht (es gibt nur 39.000 Maturanten, aber Eltern und Freunde dürfen sich auch empören). Der Geist der Revolte hat sieben weitere Bundesländer erfasst, offenbar waren die anderslautenden Klausuren dort auch zu knifflig. Die bayerische Politik signalisiert Verständnis, vielleicht benotet man milder, oder man wiederholt gar alles. Ein Menschheitstraum wird wahr: Schüler wehren sich erfolgreich gegen die Plage schwerer Prüfungen und schlechter Noten. Da können sich die Österreicher was abschauen, die haben im Vorjahr nur laut geraunzt!

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