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Extragruppen für Problemschüler: Start im Dezember

Symbolbild - Schule
Symbolbild - SchuleDie Presse (Fabry)
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Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) stellt einen Neun-Punkte-Plan gegen Gewalt und Mobbing an Schulen vor. Größte Neuerung: die sogenannten Time-out-Gruppen.

Nach der Spuckaffäre an der HTL Ottakring hat Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) nun einen Neun-Punkte-Plan gegen Gewalt und Mobbing an Schulen vorgestellt. Die größte Neuerung, die es an den heimischen Schulen künftig geben wird, sind die sogenannten Time-out-Gruppen. ("Die Presse“ berichtete). Pilotprojekte dafür sollen im Dezember oder Jänner starten, sagte Faßmann bei einer Pressekonferenz am Freitag. 

Schüler, die wegen disziplinarischer Probleme auffallen und den Unterricht behindern, sollen einer solchen Gruppe zuteteilt werden. Dort sollen dann fünf bis acht Schüler sitzen, die von speziell geschultem Personal betreut werden. Möglich ist, dass die Problemschüler dort die ganze Woche verbringen, eine Alternative wäre, dass sie beispielsweise ein oder zwei Mal pro Woche dorthin kommen.

Inhaltlich soll es in den Time-out-Gruppen - die für Volksschule und Mittelstufe gelten - darum gehen, das Verhalten zu ändern. Gleichzeitig soll aber auch der Stoff weiterhin unterrichtet werden: Denn wenn Schüler im Stoff zurückfallen, sei das erst recht wieder Ursache für Auffälligkeiten. Laut Minister Faßmann könne eine solche Gruppe eine Woche dauern, aber auch ein Monat - allerdings nicht viel länger.

Pädagogisches Konzept bis Sommer

Wie das Modell genau aussehen soll, wird bis zum Sommer präzisiert. Bei der Frage, ob es dafür zusätzliches Personal geben wird, war der Minister sehr zurückhaltend: Er sprach davon, dass mit Beratungslehrern, Sozialarbeitern und Schulpsychologen insgesamt rund 800 vom Bund finanzierte Stellen vorhanden seien. Diese müsse man eventuell stärker verankern und effizienter einsetzen.

Weitere Punkte aus dem Anti-Gewalt-Plan des Ministeriums, die Faßmann am Freitag vorgestellt hat: Teambuildingmaßnahmen in den jeweils ersten Klassen, mehr Aus-und Weiterbildung vor allem für Quereinsteiger - wie der betroffene Lehrer an der HTL einer war - und ein stärkerer Fokus auf Gewaltfreiheit an den Schulen als Prävention.

Digitale Plattform und Cool-Down

Des Weiteren soll es eine Stärkung des Schulmanagements geben - dsa im Fall der HTL ebenfalls im Fokus steht - eine digitale Plattform, an die sich Lehrer und Schüler bei Mobbing wenden können, die Qualifzierung von Lehrern zu Streitschlichtern sowie die Möglichkeit einer sogenannten Cool-Down-Phase, bei der Schüler kurzzeitig außerhalb des Klassenverbands untergebracht werden können. 

Was die Suspendierung von Schülern angeht - hier geht es um die Sekundarstufe zwei, also Schüler ab 14 - so sollen die Mechanismen geprüft werden, sagte der Minister: Ziel ist es demnach, im Fall klarer Übertretungen ein rasches Handeln zu ermöglichen.

 

 

(beba)