Sonne, Luxus, Planschen: Erfrischendes Pool-Design

Viel Platz für sommerliches Planschvergnügen.
Viel Platz für sommerliches Planschvergnügen.Freiraum/Alfred Arzt/www.bio.top

Glasbecken mit Überlauf, Edelschaffeln auf dem Balkon – gefragt ist, was an heißen Tagen die nötige Abkühlung bringt.

Wenn die Sonne so richtig zur Hochform aufläuft, ist es in jedem Format ein echter Luxus: Wasser sorgt an heißen Tagen für die schönste Form von Abkühlung – je nach Budget und Platz wahlweise in den ganz großen Becken oder kleinen Gefäßen. Und das in immer schöneren Formen, denn längst ist gutes Design nicht mehr nur den großen Würfen in Sachen Gewässer vorbehalten, sondern findet sich auch in den kleinen Schaffeln und Outdoor-Duschen, die auf den Dachterrassen und -gärten der Stadt zu finden sind. Wobei sich auch bei großen Würfen – wie jede Saison – neue Formen und Spielarten ihrer Anhänger erfreuen.


Rückkehr der Nierenbecken: Zu den ausgefalleneren Varianten in Sachen Optik gehören dabei heuer wieder vereinzelt Nierenbecken, die vor ein paar Jahren schon einmal eine Renaissance erlebten, die allerdings nur von kurzer Dauer war. Jetzt sind sie aber wieder da, wie Bernhard Kramer, Inhaber von Kramer und Kramer Gartenarchitektur, berichtet: „Dieser US-Stil ist jetzt wieder bei der anspruchsvollen Architektur gefragt“, berichtet er, „und findet sich bei Kunden, die schon alles hatten.“ Gern mit aufwendigen Glasmosaiken verziert – wobei das Thema Glas ohnehin ein großes bei den Luxus-Designerpools ist. „Gerade wenn die Becken mit dem Gebäude und der Architektur verbunden sind, sind nach wie vor Glaspools mit Glasüberlaufkanten gefragt“, so Kramer. Diese sogenannten Infinity-Pools sind aber auch bei den „normalen“ Schwimmbecken in den heimischen Gärten nach wie vor das große Thema, wie Rupert Kroesen, Inhaber von Gartencraft, berichtet: „Sehr gefragt sind dabei Edelstahlpools mit Überlaufbalken – mit all den Spielereien wie Massagedüsen und Wasserschwällen“, kennt er die Wünsche der Kundschaft im gehobenen Segment. Soll das Innere des Beckens nicht mit Metall, sondern mit Folie ausgeschlagen sein, hat das einstige Blitzblau dabei schon seit Längerem ausgedient, heuer sind besonders Samtbeige oder Anthrazit gefragt. „Denn Ersteres sorgt für ein karibisches Blau, und Anthrazit verleiht dem Pool die Farbe eines Bergsees“, weiß Kroesen um die Effekte, die sich mit den Folienfarben erzielen lassen.

Abgesehen von der Optik ist aber vor allem die Frage Chlor oder nicht Chlor das große Thema unter den künftigen Poolbesitzern, und dabei sei derzeit ein mächtiger Run auf die sogenannten Living-Pools zu verzeichnen, wie Alexandra Zauner, Inhaberin von Freiraum Gärtner von Eden, berichtet: „Wir werden momentan überrollt mit Anfragen nach Living-Pools“, so die oberösterreichische Unternehmerin, deren Firma genauso andere Varianten anbietet.

Hat Platz im kleinsten Garten: Wassertisch.
Hat Platz im kleinsten Garten: Wassertisch.Kramer und Kramer


Bustouren zu den Naturpools: „Mittlerweile organisieren wir sogar Bustouren zu den Becken, die wir in letzter Zeit gebaut haben – und könnten teilweise zwei 50er-Busse mit Interessenten füllen und immer noch nicht alle mitnehmen“, erzählt sie von dem derzeitigen Andrang. Verbaut wird dabei ein System des niederösterreichischen Herstellers Biotop, der sich weltweit als Pionier in Sachen selbstreinigende Naturpools einen Namen gemacht hat.

Dessen Living-Pool-System kommt ohne Chlor und andere Chemikalien aus und sieht trotzdem aus wie ein klassischer Pool – ohne Pflanzen und/oder tierische Mitbewohner. Und hat dabei den pH-Wert natürlicher Badegewässer, was für viele Kunden im Highend-Segment inzwischen ein ausschlaggebendes Argument ist. „Wir merken wirklich, dass der wahre Luxus für viele heute Gesundheit ist“, so die Landschaftsarchitektin, „außerdem ist vielen die Nachhaltigkeit ein wirklich großes Anliegen. Und dass die Living-Pools nur einmal befüllt und nicht jedes Jahr abgelassen werden, spielt daher für viele eine Rolle, weil so kein Wasser verschwendet wird.“

Was aber nicht heiße, dass es mit einem schlichten Wasserbecken getan ist, auch im gesunden Bereich weiß die Kundschaft nette Spielereien und gutes Design rund um das kühle Nass zu schätzen. „Wobei allerdings derzeit eher Understatement ein Thema ist“, so Zauner. Der Garten an sich soll ein Ruhepol sein, und das gilt auch für den Pool: „Deshalb hat man eher einen Wasserspeier und nicht zehn, ist die Beleuchtung eher dezent und blinkt nicht mehr in allen Farben“, so die Gartendesignerin.


Entspannter Einstieg: Entspannt geht es auch beim Einstieg zu, „hier arbeiten wir derzeit viel mit Sitztreppen, die sich über die ganze Beckenbreite erstrecken und auf denen man in der Sonne im Wasser sitzen kann“, berichtet Kroesen. Immer wichtiger wird auch eine schöne Abdeckung – mit dem einst so üblichen halbrunden weißen Dach zum Darüberschieben will heute kaum noch jemand das Bergsee- oder Karibik-Flair verdecken. Gefragt sind vielmehr flache Holzdecks, die sich über das Becken fahren und bei Bedarf auch gleich noch als zusätzliche Sitzfläche nutzen lassen – allerdings viel Platz brauchen, wenn denn das Becken zum Schwimmen genutzt werden soll.

Wasserstelle hoch oben.
Wasserstelle hoch oben.Kramer und Kramer


Kleine Gewässer: Solche Probleme fallen bei wasseraffinen Stadtbewohnern eher in die Kategorie „Ihre Sorgen möchten wir haben“. Denn wer mit einer Dachterrasse sein sommerliches Auslangen finden muss, sorgt sich weniger um Abdeckungen und Zusatzflächen als vielmehr um die Möglichkeiten, überhaupt eine ansprechende Wasserstelle in der City unterzubringen. Die es aber in immer mehr Varianten inzwischen durchaus gibt. „Bei wenig Platz arbeiten wir oft mit zwei mal drei Meter großen Minipools aus Edelstahl, die dann aber eine extrem starke Gegenstromanlage haben“, berichtet Kramer.

Noch kleiner zu haben sind Edelstahlbecken, die 1,5 mal einen Meter groß und einen halben Meter tief sind, „und damit groß genug, um ein kühles Klima zu schaffen, die Füße hinein und den Wein kühl zu halten“, so der Gartenarchitekt. Alternativen können durchaus auch Edelschaffeln aus Metall sein, wie Zauner betont, „gerade Kinder brauchen meist ohnehin nicht mehr“.

Oder coole Betonbecken, Wasserspeier, die aus der Wand kommen, und alte Steintröge – die wahlweise naturbelassen oder modern inspiriert für das sorgen, was alle wollen: kühles Wasser für heiße Tage. (sma)

WASSERSTELLEN

Wenn genug Platz da ist, dürfen es gern große Becken aus Glas, Edelstahl oder dezenter Folie sein – oder auch das gute alte Nierenbecken, wenn es etwas Besonderes sein soll. Stark nachgefragt ist derzeit auch alles, was ohne Chemie, aber auch ohne Wasserpflanzen und -tiere auskommt. Für das überschaubare Platzangebot in der Stadt gibt es kleine, aber feine Lösungen, um wahlweise die Füße und/oder Weinflasche zu kühlen – und die Kids zu bespaßen.