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Die erste Schlacht des Kalten Krieges

Rosinenbomber im Anflug: Ein knappes Jahr lang, vom 24. Juni 1948 bis zum 12. Mai 1949, wurde das hungernde Westberlin ausschließlich aus der Luft versorgt. Die Piloten hatten übrigens nur einen Landeversuch. Scheiterte er, mussten sie samt Fracht umkehren.
Rosinenbomber im Anflug: Ein knappes Jahr lang, vom 24. Juni 1948 bis zum 12. Mai 1949, wurde das hungernde Westberlin ausschließlich aus der Luft versorgt. Die Piloten hatten übrigens nur einen Landeversuch. Scheiterte er, mussten sie samt Fracht umkehren.Ullstein Bild / picturedesk.com

Sie nannten ihn Limey: Edwin Schanz half vor 70 Jahren mit, das abgeriegelte Westberlin zu retten. Hier erinnert er sich noch einmal an diesen Kraftakt namens „Berliner Luftbrücke". „Das Leben war damals schon furchtbar", sagt der heute 92-Jährige.

Berlin. Edwin Schanz öffnet die Tür. Er ist 92 Jahre alt. Er stützt sich auf einen Gehstock. Aber er macht noch Sport. In der Ecke stehen ein Trampolin „für Gleichgewichtsübungen“ und ein Ergometer. Und im Regal lehnen dicke Aktenordner. Sie enthalten Schanz' Leben. Er hat es aufgeschrieben und säuberlich in Klarsichtfolien gehüllt geschlichtet.

Man sieht ihn auf Bildern als Soldat, als Leistungssportler, als Polizeihauptkommissar, als Urgroßvater. In der weißen Mappe bewahrt er Erinnerungen an die Berliner Luftbrücke auf, deren Ende sich am Sonntag zum 70. Mal jährt. Schanz ist ein Glücksfall, ein Zeitzeuge, der auf dem Flughafen Tempelhof an der Rettung Westberlins mitgewirkt hat. Er setzt sich auf das Sofa, blättert in der Mappe – und beginnt zu erzählen.

Zeitzeuge Edwin Schanz
Zeitzeuge Edwin Schanz(c) Karl van Worm