Essen & Trinken

Schubert und kosmische Kräfte für die Stuten

Andreas Höritzauer inmitten seiner Stuten. Als biodynamisches Präparat wird etwa Kuhmist über den Winter in Hörnern vergraben und dann ins Feld eingearbeitet. Gemolken wird händisch.
Andreas Höritzauer inmitten seiner Stuten. Als biodynamisches Präparat wird etwa Kuhmist über den Winter in Hörnern vergraben und dann ins Feld eingearbeitet. Gemolken wird händisch.(c) Clemens Fabry

Demeter Österreich feiert heuer 50 Jahre. Ein Besuch bei Obmann Andreas Höritzauer, der auf seinem Wegwartehof Stutenmilch produziert – und den Tieren auch gern Klassik vorspielt.

Die Landwirtschaft hat viele Geräusche: Tierlaute etwa oder auch das Rascheln von Ketten, Vogelgezwitscher, das Klappern, das der Wind erzeugt, und natürlich das Tuckern der Traktoren oder das Motorengeräusch einer anderen landwirtschaftlichen Maschine. Schuberts Große C-Dur-Sinfonie zählt wohl nicht zu jenen Tönen, die man in einem landwirtschaftlichen Betrieb erwarten würde.

Es sind aber genau diese Klänge, die in guter Tonqualität zu hören sind, wenn man den Wegwartehof bei Göpfritz an der Wild im Waldviertel besucht. Er liegt gut versteckt am Ende eines kleinen Weges. Eine auf den Boden abgestellte Laterne macht deutlich, dass hier die Sackgasse endet, dass Fahrzeuge abzustellen sind und dass es nur zu Fuß in den Hof geht. Vorbei an Staudengewächsen, wilden Kräutern und einer alten Holzbank, nähert man sich der Quelle der Musik. Sie kommt nämlich nicht von der linken Seite des Hofes, wo sich der Hofladen und auch die Wohnräume der Menschen befinden. Die Musik ertönt viel eher von der rechten Seite, aus dem Stall, wo die gut 20 Pferde leben und neugierig den Besuch inspizieren.

Er ist sich der Skepsis bewusst, die der biodynamischen Landwirtschaft entgegengebracht wird. Vielen ist das ganze Programm inklusive kosmischem Einfluss und merkwürdigen Herstellungsprozessen für Präparate zu esoterisch (sie werden etwa in einer Maschine in einem Wasserstrudel je eine Stunde in die eine und eine Stunde in die andere Richtung gedreht, um „energetisch aufgeladen“ zu werden). „Vieles können wir auch nicht erklären, aber man merkt einen Unterschied. Wir sind mit der Forschung noch am Anfang“, sagt er. Ein bisschen könne man es mit Empfehlungen eines Mondkalenders vergleichen. Wobei es eben noch ein Stück weitergeht, steht doch eigentlich eine Weltanschauung dahinter. „Es geht darum, eine möglichst stabile Zelle in einem gesamten Organismus zu sein.“ Das gelte für alle Lebewesen und Pflanzen.

Mehr erfahren

Piano Position 1