Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Italien: Minister tritt wegen Korruptionsvorwürfen zurück

Italien: Minister tritt wegen Korruptionsvorwürfen zurück
Italien: Minister tritt wegen Korruptionsvorwürfen zurückItaliens Industrieminister Claudio Scajola (c) AP (Riccardo De Luca)
  • Drucken

Der italienische Industrieminister Claudio Scajola ist am Dienstag wegen angeblicher Korruption zurückgetreten. Scajolas Abgang ist ein schwerer Schlag für Ministerpräsident Silvio Berlusconi.

Wegen angeblicher Korruption ist Italiens Industrieminister, Claudio Scajola, am Dienstag zurückgetreten. Der Minister, der in den Sog eines Korruptionsskandals geraten war, erklärte bei einer Pressekonferenz, er wolle sich vor der Justiz verteidigen, daher verzichte er auf den Ministerposten.

Scajola wird beschuldigt, im Jahr 2004 beim Kauf einer Wohnung im Herzen Roms 600.000 Euro gezahlt zu haben. Weitere 300.000 Euro seien schwarz von dem umstrittenen Geschäftsmann Diego Anemone gezahlt worden. Anemone ist eine Schlüsselfigur im Korruptionsskandal um millionenschwere Bauaufträge für den G-8-Gipfel in L'Aquila im Juli 2009. In den Sumpf dieses Skandals war schon vor Wochen auch Italiens Zivilschutzchef Guido Bertolaso geraten. Bertolaso soll von Anemone Schmiergelder und sexuelle Gefälligkeiten für Aufträge vom Zivilschutz erhalten haben.

Schwerer Schaden für Berlusconi

Der Rücktritt Scajola ist ein schwerer Schlag und Imageschaden für Regierungschef Silvio Berlusconi. Bereits im Februar war gegen mehrere Mitglieder seiner Mitte-Rechts-Partei Popolo della Liberta' (PdL, Volk der Freiheit) in ermittelt worden.

Scajola, Ex-Mitglied der in den Neunzigerjahren aufgelösten Democrazia Cristiana (DC), hatte sich 1995 der von Berlusconi gegründeten Mitte-Rechts-Partei Forza Italia angeschlossen (heute PdL). In der zweiten Regierung Berlusconi (2001 bis 2006) hatte er ein Jahr lang den Posten des Innenministers bekleidet. 2002 musste er aber zurücktreten, nachdem er mit beleidigenden Äußerungen über den von Linksextremisten ermordeten Regierungsberater Marco Biagi Kritik auf sich gezogen hatte.

(APA)