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178 Mio. Euro für französischen Zuckerkonzern

(c) EPA (Hoang Dinh Nam)
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Im Jahr 2009 gab es in der EU mehr als 1200 Subventionsmillionäre. „Förderkaiser“ ist mit 178 Mio. Euro der französische Zucker-, Stärke- und Bioethanolproduzent Tereos.

BRÜSSEL (go). Die Zahl der Empfänger von mehr als einer Mio. Euro EU-Agrarförderung ist im vergangenen Jahr um ein Fünftel gestiegen. Laut einer neuen Analyse der unparteiischen Organisation Farmsubsidy.org, die der „Presse“ vorliegt, stieg die Zahl der „Subventionsmillionäre“ gegenüber dem Jahr 2008 von 1040 auf 1212 Firmen, öffentliche Körperschaften und Privatpersonen.

„Förderkaiser“ ist mit 178 Mio. Euro der französische Zucker-, Stärke- und Bioethanolproduzent Tereos. Er erzielte im selben Jahr einen Jahresumsatz von 3,4 Mrd. Euro. Vier der zehn größten Empfänger sind aus Frankreich, zwei aus Polen und jeweils einer aus Belgien, Italien, der Niederlande und Spanien. Alle verarbeiten Zucker zu Stärke für die Lebensmittel- und die chemische Industrie. Der Grund für die hohe Subventionierung dieser Konzerne liegt darin, dass sie teureren europäischen Rübenzucker kaufen müssen und vom europäischen Steuerzahler den Preisunterschied zum billigeren Rohrzucker, der vor allem aus Brasilien stammt, ersetzt bekommen. Dieser Grundsatz gilt auch bei zahlreichen anderen Gruppen landwirtschaftlicher Produkte, die in Europa deutlich teurer sind als auf anderen Kontinenten.

 

Österreich: Rauch wieder voran

Größter österreichischer Subventionsempfänger ist wie im vergangenen Jahr der Fruchtsafthersteller Rauch in Rankweil. Er füllt das Getränk „Red Bull“ ab, den Kostennachteil beim Kauf des dafür benötigten Zuckers hat das EU-Agrarbudget im Vorjahr mit 7,2 Mio. Euro abgegolten. Damit war der vorarlbergische Konzern heuer auf Platz 116 der größten Agrarsubventionsempfänger. 2008 hatte Rauch rund 9,5 Mio. Euro an Förderung kassiert.

www.farmsubsidy.org

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.05.2010)