Odin Wiesinger: FPÖ soll "für mich Wort ergreifen, wie für Andreas Gabalier"

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Odin Wiesinger macht dieser Tage wieder Schlagzeilen. (Archivbild)APA/WALTER WOBRAZEK

Der umstrittene Innviertler Maler sitzt nun fix im oberösterreichischen Landeskulturbeirat. Er ortet eine „Menschenjagd“ auf sich. Ein Mitglied des Beirats gab wegen Wiesingers Bestellung seinen Sitz ab.

Der umstrittene Maler Odin Wiesinger, der für die FPÖ in der kommenden Funktionsperiode in Oberösterreichs Landeskulturbeirat sitzt, hat sich am Dienstag auf Facebook zum Wirbel um seine Nominierung zu Wort gemeldet. Grüne und SPÖ hatten die Ernennung des Innviertlers am Montag in der Landesregierung abgelehnt. "... ihr seid widerlich mit eurer Menschenjagd auf mich!", hält dieser nun auf Facebook den beiden Parteien vor, die gegen seine Entsendung in den Beirat gestimmt hatten. ÖVP und FPÖ schickten Wiesinger mit ihrer Mehrheit dennoch in den Landeskulturbeirat.

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Grüne und SPÖ lehnten den Innviertler Künstler, der für rechte Medien wie "Info-Direkt" oder die inzwischen eingestellte "Aula" Auftragswerke übernommen hatte, für eine offizielle Funktion des Landes ab. Immer wieder lasse er die Nähe zu NS-Ideologien anklingen, argumentierten die Parteien. "... denjenigen, die mir eine nähe zum Nationalsozialismus unterstellen sage ich folgendes: nichts liegt mir ferner als eine nähe zur sozialistischen Ideologe jedweder prägung!“ (sic), reagierte er auf Facebook.

"So wie für Andreas Gabalier"

Gleichzeitig erwartet sich Wiesinger auch, dass Freiheitliche „für mich das Wort ergreifen, so wie sie es für Andreas Gabalier getan haben!“Das schrieb Wiesinger in einem Facebook-Posting am Dienstag.

Der 1961 geborene Innviertler Maler und Bildhauer Wiesinger ist bei den Freiheitlichen ein gern gesehener Künstler. Er ist nicht nur mit Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ), sondern auch mit dem ehemaligen dritten Nationalratspräsidenten und ebenfalls schlagenden Burschenschafter Martin Graf befreundet. So haben einige von Wiesingers Werken - die er auch für das als rechtsextrem eingestufte und inzwischen eingestellte Blatt "Aula" malte - die Tradition der Studentenverbindungen zum Thema. Als Abschiedsgeschenk bekam Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) 2017 von seinem Stellvertreter Manfred Haimbuchner (FPÖ) einen Gutschein für ein Gemälde von dem strittigen Künstler überreicht.

Thomas Baum legt Mitgliedschaft zurück

Der Autor Thomas Baum hat indes als Reaktion auf die Bestellung Wiesingers in den Landeskulturbeirat seine Mitgliedschaft in dem Gremium zurückgelegt. "Mit dieser fatalen Entscheidung ist mir eine weitere Teilnahme bis zur Beendigung der Funktionsperiode nicht mehr möglich", begründete er seinen Schritt, wie oberösterreichische Medien berichteten. Am 3. Juni ist die Abschlusssitzung der Periode.

Baum habe "mit Bestürzung" zur Kenntnis genommen, dass Wiesinger trotz mehrfacher Proteste mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ in den Landeskulturbeirat bestellt wurde. Als inzwischen "fast achtjähriges Mitglied" habe er noch Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) an einen einstimmig angenommenen Antrag aus dem Jahr 2017 erinnert, in dem empfohlen wurde, "offizielle und historisch bedeutsame Gebäude oder Räumlichkeiten des Landes Oberösterreich in Zukunft keinesfalls demokratisch fragwürdigen und als rechtsextrem einzustufenden Organisationen und Vereinigungen für Veranstaltungen jedweder Art zur Verfügung zu stellen". Diese Vorgabe müsse auch für Personen gelten. Insofern habe ein Maler, "der für den rechtsextremen Kongress 'Verteidiger Europas' eine Bildserie mit dem Titel 'Endsieg' fabrizierte und dessen Namenslogo unverkennbare Ähnlichkeiten zur nationalsozialistischen Odalrune aufweist, im Landeskulturbeirat nichts verloren".

Für die neue am 8. Juni beginnende Funktionsperiode konnte Baum ohnehin nicht mehr antreten, da laut Statuten nach zwei Perioden einmal ausgesetzt werden muss.

(APA/Red.)