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Ederer steigt in die Siemens-Spitze auf

(c) REUTERS (HEINZ-PETER BADER)
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Die ehemalige SPÖ-Staatssekretärin wechselt in die Vorstandsetage des Konzerns und ist für Personal und Europa zuständig. Der Wechsel wird bei einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am 9. Juni beschlossen.

Wien (eid). Es ist ein Karrieresprung in die Spitzenliga der Industrie: Brigitte Ederer, Chefin von Siemens-Österreich, wechselt mit 1. Juli in die Vorstandsetage des Elektronikkonzerns und übernimmt dort die Personalagenden für 400.000 Beschäftigte. Außerdem ist Ederer künftig auch für das gesamte Europageschäft des Konzerns verantwortlich. Der Wechsel wird bei einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am 9. Juni beschlossen.

In Österreich wechselt Ederer an die Spitze des Aufsichtsrats und folgt Siegfried Russwurm nach. Wer ihr Nachfolger wird, soll in den nächsten Wochen geklärt werden, sagt Siemens-Österreich-Sprecher Harald Stockbauer zur „Presse“.

Traditionell wird die Spitze in dem Elektronik-Multi aus dem eigenen Unternehmen besetzt. Das war bei Ederers Vorgänger, Albert Hochleitner, und auch bei Ederer selbst so. Als mögliche Nachfolger gelten die Vorstände Wolfgang Köppl (Healthcare) und Gunter Kappacher (Energie). Aber auch ein Engagement von außen wird nicht mehr ganz ausgeschlossen.

Siemens-Chef Peter Löscher – übrigens auch ein Österreicher – hat den einst als „Bank mit angeschlossenem Elektroladen“ bezeichneten Konzern kräftig umgebaut. Das von einer Schmiergeldaffäre und einem Skandal um schwarze Konten eines unternehmensfreundlichen Betriebsrats gebeutelte Unternehmen wurde gestrafft und auf die Kernbereiche Industrie, Gesundheit und Energie konzentriert. Seit 2001 gingen 85.000 Arbeitsplätze verloren.

Auch in Österreich musste Ederer den Rotstift ansetzen – der Personalabbau, vor allem in der Softwaresparte SIS, ging aber relativ ruhig über die Bühne. Diese Leistung dürfte Löscher nun bei Ederer honorieren – vielleicht in der Hoffnung, dass sie konzernweit solche heiklen Situation ebenfalls gut meistert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.05.2010)