Pompeo: USA wollen keinen Krieg mit dem Iran

Pompeo und Lawrow in Sotschi
Pompeo und Lawrow in SotschiAPA/AFP/POOL/PAVEL GOLOVKIN

Washington strebt laut US-Außenminister Mike Pompeo keinen militärischen Konflikt mit dem Iran an. "Wir streben grundsätzlich keinen Krieg mit dem Iran an", sagte Pompeo nach einem Treffen mit Sergej Lawrow in Sotschi.

Washington setzt im Iran-Konflikt nach eigenen Angaben vorerst nicht auf die militärische Karte. US-Außenminister Mike Pompeo sagte am Dienstag nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in Sotschi, die USA strebten "grundsätzlich" keinen Krieg mit dem Iran an.

US-Präsident Donald Trump dementierte Berichte, wonach Washington die Entsendung von 120.000 Soldaten in den Nahen Osten erwäge. Später am Abend war noch ein Treffen Pompeos mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin geplant.

"Wir streben grundsätzlich keinen Krieg mit dem Iran an", sagte Pompeo. Zugleich forderte er, der Iran solle sich "wie ein normales Land verhalten". Angriffe auf US-Interessen würde Washington "auf angemessene Art" beantworten.

Die "New York Times" hatte zuvor über Pläne des Weißen Hauses berichtete, im Zuge des sich verschärfenden Iran-Konflikts 120.000 US-Soldaten in den Nahen Osten zu schicken. Trump bezeichnete den Bericht am Dienstag als "Falschmeldung". Er sei zwar "absolut" bereit, Soldaten in die Region zu schicken. "Aber wir haben das nicht geplant", sagte er zu Journalisten.

Trump hatte vor einem Jahr den Austritt aus dem Abkommen zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms verkündet. Seit August setzte er eine Reihe von Wirtschaftssanktionen gegen Teheran in Kraft.

Bei dem Treffen in Sotschi standen neben dem Iran-Konflikt auch der Syrien-Krieg und der südamerikanische Krisenstaat Venezuela auf der Tagesordnung. Pompeo sagte, er habe Lawrow zu einer Beendigung der russischen Unterstützung für Venezuelas umstrittenen Präsidenten Nicolás Maduro aufgefordert. Maduro habe "nichts außer Elend" für sein Volk gebracht. Russland ist zusammen mit Kuba der wichtigste Verbündete Maduros.

Zudem habe er Moskau vor einer Einmischung in die US-Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr gewarnt. Moskau solle "demonstrieren, dass diese Arten von Aktivitäten eine Sache der Vergangenheit sind".

Lawrow bezeichnete die Unterredung mit seinem US-Kollegen als "gut und nützlich". Beide Seiten seien sich einig, dass die "Gesprächskanäle" zwischen Washington und Moskau erneuert werden müssten. Die Vorwürfe russischer Einmischungen in Wahlen im Ausland wies er als "reine Fiktion" zurück.

Nach Angaben Lawrows ist der Kreml zudem offen für ein weiteres Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Trump am Rande des G-20-Gipfels in Japan Ende Juni. "Wenn so ein Vorschlag offiziell unterbreitet wird, werden wir sicher positiv darauf reagieren", sagte Lawrow.

Im Anschluss sollte sich Pompeo mit Putin treffen. Vor der Begegnung besuchte Putin die größte Testanlage der russischen Luftwaffe in der Stadt Achtubinsk. Dort inspizierte er eine neue atomwaffenfähige Hyperschall-Rakete namens "Kinshal" ("Dolch"). Videos russischer Medien zeigten, wie sich Putins Flugzeug der Stadt im Süden des Landes zusammen mit sechs Kampfjets näherte.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow dementierte, dass es sich bei dem Auftritt Putins um eine Kraftdemonstration vor den Gesprächen mit Pompeo gehandelt habe. Bereits am Montag hatte Putin das Militär beauftragt, Verteidigungsstrategien gegen Hyperschallwaffen zu entwickeln.

(APA)