Millionenpleite der Modekette "mister lady" mit 35 Filialen

FOLTIN Jindrich / WB

Modehändler "mister*lady", der in Österreich 35 Standorte betreibt, hat 3,5 Millionen Euro Schulden und Insolvenz angemeldet.

Der Textil-Einzelhändler mister*lady GmbH & Co KG hat am Donnrstag beim Handelsgericht in Wien den Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt. Begründet wird dieser Schritt mit den Auswirkungen der allgemein negativen Ertragsentwicklung im Textil-Einzelhandel sowie steigendem Konkurrenz- und Margendruck durch einen zunehmenden Online-Handel im Modebereich. Der Fortbestand sei  durch die eingeleiteten Restrukturierungsmassnahmen gewährleistet, teilte das Unternehmen mit. Das operative Geschäft werde entsprechend fortgeführt, wobei einzelne Standorte geschlossen werden müssen, so die Geschäftsleitung. Laut Gläubigerschutzverband KSV1870 betragen die Passiva 3,5 Millionen Euro. Die Aktiva seien sehr zu schätzen, das Unternehmen habe ein Umlaufvermögen von 1,2 Millionen Euro und ein Warenlager im Wert von 785.000 Euro angegeben, sagte ein KSV-Sprecher zur APA. Den Gläubiger werde eine Quote von 20 Prozent, zahlbar binnen zwei Jahren, geboten. 78 Gläubiger sind von der Pleite betroffen.

Konkurrenzdruck zu groß

Für mister*lady wurde der Druck durch die Online-Konkurrenz offenbar zu groß. Wie die Modekette selbst mitteilte, ist die Insolvenz Folge der "allgemein negativen Ertragsentwicklung im Textil-Einzelhandel". Durch den zunehmenden Online-Handel im Modebereich sei der Druck auf die Margen gestiegen, erklärte die Geschäftsleistung in einer Aussendung. Der Fortbestand sei aber durch die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen gewährleistet, wurde betont.

Wie viele Mitarbeiter durch die angekündigten Filialschließungen den Job verlieren, war am Donnerstag noch offen. Der Gläubigerschutzverband AKV Europa schätzt, dass rund 65 Mitarbeiter arbeitslos werden. Derzeit werde geprüft, welche der defizitären Filialen geschlossen werden sollen. Die Gläubigerschützer rechnen damit, dass das Handelsgericht noch am Donnerstagnachmittag das Insolvenzverfahren eröffnet und einen Masseverwalter bestimmt

"mister*lady"  ist eine Tochter des 1967 gegründeten Bekleidungsunternehmens mister*lady GmbH mit Sitz in Schwabach. Das Unternehmen betreibt in Österreich 35 Filialen mit insgesamt 167 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Seitens des Konzerns gebe es ein klares Bekenntnis zum Fortbestand eines neustrukturierten österreichischen Filialnetzes: „Die Belieferung der österreichischen Filialen mit Waren durch die mister*lady GmbH Deutschland ist auch im Zuge des Sanierungsverfahrens sichergestellt. Die bestmöglichen Voraussetzungen für den Erhalt eines Großteiles der Filialen und Arbeitsplätze sind somit geschaffen.“ Das Unternehmen wird im Rahmen des Sanierungsverfahrens von der Kanzlei Abel Rechtsanwälte beraten.