Neue Zöpfe

Vor nicht allzu langer Zeit sorgte in Deutschland eine Kindergartenbroschüre einer linken Stiftung für Aufsehen.

In dieser wird erklärt, woran man an den Kindern deren rechte Eltern erkennt: „Das Mädchen trägt Kleider und Zöpfe, es wird zu Hause zu Haus- und Handarbeiten angeleitet, der Junge wird stark körperlich gefordert und gedrillt. Beide kommen häufig am Morgen in die Einrichtung, nachdem sie bereits einen 1,5-Kilometer-Lauf absolviert haben.“ Trägt das Mädchen also Zöpfe, wählt der Papa rechts, die Mama mutmaßlich auch, denn die macht in diesem Milieu ja, was der Papa sagt.

Greta Thunberg kannte man zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Sie trägt nämlich auch Zöpfe. Und gilt heute in progressiven Kreisen, also jenen, in denen sich die Stiftung bewegt, aber auch weit darüber hinaus, als Heldin im Kampf gegen den Klimawandel. Die Frage, ob ihre Eltern rechts sind, hat noch keiner aufgeworfen.

Und nun kennt man sich einfach nicht mehr aus: Sind Zöpfe jetzt gut oder böse?

Wahrscheinlich hat Othmar Karas recht. Dieser forderte bei den ORF-Speed-Duellen wiederholt, „alte Zöpfe abzuschneiden“. Es gibt da sicher auch eine EU-Verordnung, die regelt, wie diese genau geflochten gehören. (oli)

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