WikiLeaks-Informantin Chelsea Manning wieder hinter Gittern

Die Whistleblowerin ist wieder in Haft.
Die Whistleblowerin ist wieder in Haft.APA/AFP/ERIC BARADAT

Die Whistleblowerin weigert sich weiterhin, gegen Julian Assange, den Gründer der Enthüllungsplattform, auszusagen. Sie will „lieber verhungern", als ihre Meinung zu ändern“.

Die ehemalige WikiLeaks-Informantin Chelsea Manning ist erneut inhaftiert worden. Manning sei wegen Missachtung des Gerichts in Alexandria im US-Staat Virginia in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Sprecher ihres Anwaltsteams. Die Whistleblowerin hatte sich zuvor erneut geweigert, zum Fall von WikiLeaks-Gründer Julian Assange auszusagen.Manning war Anfang März in Beugehaft genommen worden, weil siesich weigerte, vor der Grand Jury eines Gerichts in Virginiaauszusagen. Die Grand Jury - ein mit weitreichendenErmittlungsvollmachten ausgestattetes Geschworenengremium - war mitdem Fall Assange befasst.

500 Dollar Strafe am Tag

Die "Washington Post" berichtete, der Richter Anthony Trenga habeeine Geldstrafe von 500 Dollar (447,11 Euro) pro Tag gegen Manningverhängt, falls sie nicht binnen 30 Tagen aussage. Nach 60 Tagensolle sich die Strafe auf 1.000 Dollar pro Tag erhöhen. Die Zeitungzitierte Manning mit dem Satz: "Ich würde lieber verhungern, alsmeine Meinung in dieser Hinsicht zu ändern."Die Enthüllungsplattform WikiLeaks hatte 2010 und 2011hunderttausende geheime US-Militärdokumente über die Kriege im Irakund in Afghanistan sowie vertrauliche Diplomatendepeschenveröffentlicht.

Quelle war die vor einer Geschlechtsumwandlungdamals noch als Soldat Bradley Manning lebende Manning, die dasMaterial von Militärrechnern herunterlud und WikiLeaks zuspielte.Manning wurde 2010 festgenommen und im August 2013 wegen Spionage zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt. Durch einen Gnadenerlass des damaligen US-Präsidenten Barack Obama kam Manning 2017 vorzeitig frei.

Assange droht Anklage wegen Verschwörung

WikiLeaks-Gründer Assange war am 11. April in London festgenommenworden, nachdem Ecuador dem Australier das politische Asyl in seinerBotschaft entzogen hatte. Ein britisches Gericht verurteilte den47-Jährigen zu 50 Wochen Gefängnis, weil er mit seiner Flucht in dieBotschaft von Ecuador vor sieben Jahren gegen Kautionsauflagenverstoßen und sich der britischen Justiz entzogen hatte. Assange ist in den USA wegen Verschwörung zur Attacke aufRegierungscomputer angeklagt.