England: Weiter Unruhe im Mutterland des Fußballs

Am vergangenen Sonntag entschied City den Titelkampf in der Premier League gegen Liverpool für sich.
Am vergangenen Sonntag entschied City den Titelkampf in der Premier League gegen Liverpool für sich.(c) Action Images via Reuters (JOHN SIBLEY)

Manchester City kann englische Fußballgeschichte schreiben, Watford hat dagegen nur Außenseiterchancen. Die Diskussionen über einen drohenden Champions-League-Ausschluss der „Citizens“ gehen ungeachtet dessen weiter.

London. Im Schatten all der Spekulationen um einen Ausschluss aus der Champions League ob möglicher Verfehlungen beim „Financial Fair Play“ kann Manchester City heute einen historischen Erfolg fixieren. Mit einem Sieg im FA-Cup-Finale im Londoner Wembley-Stadion über Watford würden die „Citizens“ das Triple aus Meisterschaft, FA-Cup und Liga-Cup perfekt machen. Dieses Kunststück ist bisher noch keinem englischen Verein gelungen.

Am vergangenen Sonntag entschied City den Titelkampf in der Premier League gegen Liverpool für sich, bereits im Februar wurde mit einem Endspiel-Sieg im Elfmeterschießen über Chelsea der Liga-Cup gestemmt. „Wir sind hungrig nach weiteren Trophäen“, erklärte Manchester-City-Mittelfeldspieler Bernardo Silva. Das sagt sich leicht: Seine Mannschaft gilt im Duell gegen den Elften der abgelaufenen Saison auch heute (18 Uhr, live Dazn) schließlich als klarer Favorit. Und: City hat die jüngsten zehn Bewerbspartien gegen Watford gewonnen und ist gegen die „Hornets“ – Sebastian Prödl gehört nicht zum Kader – seit 15 Partien unbesiegt.

City strebt im elften Finale den sechsten FA-Cup-Triumph an. Für Watford wäre ein Sieg gleichbedeutend mit dem größten Triumph in der Vereinsgeschichte. Der 1881 gegründete Klub hat noch keinen Titel gewonnen. Pep Guardiola hat die Königsliga wieder nicht gewonnen, kann aber Geschichte schreiben – zumindest für diese 90 Minuten wäre sein Fußballgemüt angesichts der drohenden Sanktionen erheitert.

 

Rose: „Bin ich verrückt?“

Fußball hat aus der Sicht von Englands Teamspieler Danny Rose im Umgang mit psychischen Erkrankungen noch einen langen Weg vor sich. Der Tottenham-Spieler, 28, hat im vergangenen Jahr offen über Depressionen gesprochen − und die Konsequenzen zu spüren bekommen. In einem Gespräch mit einem anderen Verein habe dieser zu ihm gesagt: „Der Klub würde dich gerne treffen, nur um zu überprüfen, dass du nicht verrückt bist“, berichtet Rose in einer Gesprächsrunde der BBC, an der unter anderen auch Teamchef Gareth Southgate teilnahm. „Ich war beschämt, weil, was auch immer ich durchgemacht habe, ich denke, dass es mich nicht in der Ausführung meines Jobs beeinflusst.“

Southgate äußerte sich danach über mentalen Druck. Dieser wirke sich, nach Ansicht des 48-Jährigen, durchaus negativ auf Fußballer aus. „Ich habe beunruhigte Mannschaften gesehen, die das Erlebnis nicht mehr genossen haben, und ich habe gefühlt, dass es wichtig ist, eine Umgebung zu kreieren, in der Spieler Dinge ausprobieren und ihre Fähigkeiten zeigen können.“ Damit konnte er doch nur eines gemeint haben: die Angst der Engländer vor dem Elfmeter. Southgate war 1996 im EM-Halbfinale gegen Deutschland an Andreas Köpke gescheitert – und England war ausgeschieden. (red.)

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