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Wie Österreicher mit Chinas Müll Geld machen

Migranten aus der Provinz sammeln recycelbare Materialien und verkaufen sie zur Weiterverarbeitung. Doch der illegale Sektor gerät unter Druck.
Migranten aus der Provinz sammeln recycelbare Materialien und verkaufen sie zur Weiterverarbeitung. Doch der illegale Sektor gerät unter Druck.(c) REUTERS (Stringer China)
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Die Volksrepublik sitzt auf dem weltgrößten Abfallberg. Wie sie damit umgehen soll, weiß sie (noch) nicht und schielt auf Know-how aus Europa. Davon profitiert ein Linzer Unternehmen.

Es war damals die größte Akquisition eines deutschen Betriebs durch Chinesen: Um rund 1,4 Milliarden Euro übernahm das chinesische Staatsunternehmen Beijing Holding Enterprises 2016 den norddeutschen Müllverbrenner EEW. Dem Pekinger Konglomerat, das in der Gasversorgung, Wasseraufbereitung und Abfallverwertung tätig ist und nebenbei Bier braut, ist es um deutsche Technologie gegangen.

Die Volksrepublik ist der größte Abfallproduzent weltweit. Kein Land spült so viel Plastikmüll in die Ozeane. 2016 produzierten Chinesen, rund ein Fünftel der Weltbevölkerung, ein Viertel aller Siedlungsabfälle, bis 2025 könnte sich Chinas Hausmüll mehr als verdoppeln – auf 500 Millionen Tonnen jährlich. Ein Großteil davon, bis zu zwei Drittel, sind Speiseabfälle. Zum Vergleich: Österreicher schmeißen 14 Prozent der Lebensmittel unnötig weg.

Für die Volksrepublik, wo 16 Millionen unter der Armutsgrenze leben, hat die Lebensmittelverschwendung nicht nur soziale, sondern auch ökologische Folgen. CO2 wird sinnlos in die Atmosphäre gestoßen, Wasserressourcen und Ackerland werden verschwendet. Doch wie es die Müllkatastrophe eindämmen soll, weiß China (noch) nicht. Daher blickt der Staatssektor nach Europa mit seinen Weltführern im Bereich der Abfall- und Recyclingwirtschaft. Auch heimische Firmen profitieren vom Aufholbedarf der Chinesen.