Der Panda ist da – wer kann da noch an Politik denken?

Panda-Männchen Yuan Yuan wurde am Montag offiziell im Tiergarten Schönbrunn begrüßt.APA/HANS KLAUS TECHT

Das ist wahrlich schlechtes Timing: Chinas Nummer Drei ist zu Besuch in Österreich und die Republik steckt in einer Krise.

Mit dem Air-China-Regierungsjet war Li Zhanshu am Samstag gerade in Wien-Schwechat gelandet, da zog Heinz-Christian Strache die Konsequenzen aus dem „Ibiza-Video“. Als der Präsident des Nationalen Volkskongresses auf ausdrücklichen Wunsch mit dem Zug für seinen zweitägigen Besuch in Salzburg angekommen war, kündigte Bundeskanzler Sebastian Kurz bereits die türkis-blaue Koalition auf.

Dort hinter den roten Tapetentüren der Hofburg, wo der Bundespräsident kurz zuvor mit dem Kanzler und ÖVP-Chef über Neuwahlen und den Umgang mit der FPÖ beraten hatte, empfing Alexander Van der Bellen am Montag den hohen Staatsgast aus der Volksrepublik. Sprach mit ihm über weltpolitische Brennpunkte, über den Iran, den Handelsstreit mit den USA und die Klimakrise. Die innenpolitischen Turbulenzen, die Gespräche mit den Parteispitzen von FPÖ und SPÖ, Norbert Hofer und Pamela Rendi-Wagner, mussten bis zum Nachmittag warten.

Schließlich galt es, gemeinsam mit dem mächtigen Li, einem Torwächter zu Chinas 1,4 Milliarden Konsumenten, einen anderen Besuch aus China zu begrüßen: Schönbrunn hat einen neuen Panda, wer kann da noch an Politik denken?