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Mölzer: Strache "redete völlig unentschuldbaren Scheiß"

Andreas Mölzer
Andreas Mölzer(c) Michaela Bruckberger, Presse
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Was der zurückgetretene FPÖ-Chef in dem „Ibiza-Video“ gesagt habe, sei unentschuldbar, meint der blaue Ex-Delegationsleiter im Europaparlament.

Der frühere FPÖ-Delegationsleiter im Europaparlament, Andreas Mölzer, hat den zurückgetretenen FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache für das „Ibiza-Video" kritisiert. Strache habe "Mist gebaut" und "völlig unentschuldbaren Scheiß geredet", habe aber "nichts verbrochen“, räumte Mölzer ein. "Es gilt die Unschuldsvermutung", fügte er hinzu.

Persönlich werde er in der FPÖ bleiben. Er trete nicht aus seiner Gesinnungsgemeinschaft aus, sondern habe vielmehr schon viele Parteiobleute erlebt, so Mölzer. Die Auswirkungen der „Ibiza-Affäre" würde er nicht überbewerten. Die Verluste der FPÖ könnten national weniger dramatisch als erwartet ausfallen, so der frühere freiheitliche Europaabgeordnete. Europaweit werde die Affäre nicht ins Bewusstsein der Wähler in anderen EU-Ländern dringen.

"Dass das im Orkus des Vergessens verschwindet, ist Illusion"

Dennoch warnte Mölzer die eigene Partei: "Zu hoffen, dass das im Orkus des Vergessens verschwindet, ist eine Illusion." Die politischen Gegner und die Medien würden den Rechten die Affäre vermutlich noch lange vorhalten. Es stelle sich aber die Frage, ob bis zur Verhandlung über Koalitionen im nächsten Europäischen Parlament neue Erkenntnisse vorliegen, etwa woher das Video komme.

Für Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) wäre die einzige glückliche Option, bei Neuwahlen eine absolute Mehrheit für die ÖVP zu erreichen. Dies werde aber wohl nicht der Fall sein. Werde Kurz im Inland geschwächt, schwäche dies auch seine Europapolitik, glaubt Mölzer.

(APA/Red.)