Salzburger Festspiele: Markus Hinterhäuser bleibt bis 2026 Intendant

Markus Hinterhäuser ist seit 2016 Intendant der Salzburger Festspiele. Sein Vertrag lief bis 2021, wurde aber schon jetzt bis 2026 verlängert.Die Presse/Fabry

Der viel gelobte Festspielchef bleibt fünf weitere Jahre im Amt. Zum Jubiläum der Festspiele 2020 hat er ein Rekordbudget zur Verfügung.

„Mit großer Freude“ hatte das Kuratorium der Salzburger Festspiele schon vor einiger Zeit auf die Ankündigung des Pianisten Markus Hinterhäuser reagiert, sich wieder für die Intendanz der Salzburger Festspiele zu bewerben. Nicht nur deswegen war erwartbar, was nun fix ist: Hinterhäuser, seit 2016 viel gelobter Festspiel-Chef, bleibt bis 2026. Der laufende Vertrag endet zwar erst am 30. September 2021, doch wegen des 100-Jahr-Jubiläums der Festspiele 2020 hat das Kuratorium die Ausschreibung vorgezogen, um das Jubiläumsjahr nicht mit Personaldebatten zu belasten.

Die Wiederbestellung Hinterhäusers erfolgte einstimmig, sagte Salzburgs Bürgermeister Harald Preuner, turnusmäßiger Vorsitzender des Kuratoriums, nach der Sitzung zur APA. "Aufgrund der internationalen Dimension und internationalen Bedeutung brauchen die Salzburger Festspiele eine gewisse Planungssicherheit, weil die Programmatik immer längerfristiger gedacht und geplant werden muss", begründete Preuner. Festival-Präsidentin Helga Rabl-Stadler hob ebenfalls die Bedeutung der Planungssicherheit hervor. Die ersten beiden Jahre, in denen Hinterhäuser das Programm erstellt hat, "haben außergewöhnliche künstlerische, ökonomische und mediale Erfolge gehabt".

2020 bringt „kostbare und kostspielige Aufführungen"

Beschlossen wurde heute auch das Budget für das Jubiläumsjahr 2020. Dieses umfasst - ohne Sonderprogramm zum "Hunderter" und ohne Bauprogramm - 66,5 Millionen Euro und liegt damit deutlich über dem Haushalt für das laufende Jahr (61,8 Millionen Euro) und auch über dem Rekordbudget der Intendanz Alexander Pereira (64,8 Millionen Euro im Jahr 2013). Dennoch werde das Festival zeitlich nicht ausgedehnt und bleibe bei rund 40 Tagen, sagte Rabl-Stadler. "Wir haben nächstes Jahr ein paar große Werke mehr, kostbare und daher kostspielige Aufführungen."

Inhaltlich ließ sich die Präsidentin für 2020 noch nicht in die Karten schauen und verwies auf die Programmpräsentation im November durch den Intendanten. Einige Details gab sie aber dann doch preis: So werde die Ouvertüre spirituelle im kommenden Jahr unter dem Motto "Frieden" stehen. Und genau 100 Jahre nach dem "Tag, an dem alles begann", also der ersten Aufführung des "Jedermann" auf dem Domplatz am 22. August, "wollen wir alle mitfeiern lassen", kündigte sie einen "Jedermanntag" an.

Sonderprogramm führt in Schulen

Das Sonderprogramm betrifft laut Rabl-Stadler zum einen ein Jugendprogramm und zum anderen öffentliche Veranstaltungen. "Wir haben eine Liste an Projekten vorgelegt, die wir als Ummantelung noch schön fänden, weil wir im Jubiläumsjahr den Spagat schaffen wollen, noch internationaler zu werden und gleichzeitig noch verwurzelter in der Region." Beim Jugendprogramm "Von Anthering bis Zell am See" wollen die Festspiele in die Schulen in den Bezirken gehen. "Wie viel wir verwirklichen können, hängt noch von den Verhandlungen mit den Gebietskörperschaften ab, und da muss man jetzt etwas warten, was sich beim Bund tut", so die Präsidentin. Einen Betrag, wie viel alle Sonderwünsche kosten würden, nannte sie nicht. Preuner stellte jedenfalls ein "sicher sehr tolles, einzigartiges Programm" in Aussicht.

Diskussionen gab es heute auch über die anstehenden Baumaßnahmen. Die bereits begonnene Generalsanierung der Festspielhäuser werde in einer Kuratoriumssitzung im Oktober ausführlich besprochen, kündigte der Bürgermeister an.

(APA/Red.)