Klassik

Staatsoper: Netrebko, ihr Mann und das Pathos

Sie hat den langen Atem und die Klangfülle: Anna Netrebko als Maddalena.
Sie hat den langen Atem und die Klangfülle: Anna Netrebko als Maddalena.(c) Staatsoper/Michael Pöhn

Jubel für Anna Netrebko und Yusif Eyvazov, erstmals in Wien in Giordanos „Andrea Chénier“: mehr betörendes Opernkonzert als veristisches Revolutionsdrama.

Tenor Yusif Eyvazov steckt in der Ehefalle: Alles, was er tut und lässt, kann oder nicht kann, wird an den Maßstäben der Netrebko gemessen. Viele Opernfreunde werden deshalb bei ihm das Glas wohl immer halb leer finden – durch sein etwas sprödes Timbre, einen leicht gestresst wirkenden Klang, der anzeigt, dass er doch eher sein stimmliches Kapital angreift, statt von den Zinsen zu zehren. Wird es sich rächen, dass er an ihrer Seite zu früh in zu dramatische Rollen rutscht?